Dr. Pernlochner

Erinnerungsstücke – eine Allerseelengeschichte

Bei Burattis ist es urgemütlich, das war mein erster Eindruck. Ich konnte es aber erst nicht so recht festmachen, denn urgemütlich heißt in Tirol ja meist, „eingerichtet im Landhausstil“ oder wie man das nennt. Das ist es aber nicht. Es ist anders gemütlich. Freundlich empfangen mich Evi und Sonja, auf dem Küchentisch mit Blick in den Garten wird Platz gemacht und im Laufe des Abends erfahre ich dann auch, warum es „anders gemütlich“ ist. Evi Buratti haben es die amerikanischen Autos angetan und auch der Rest der Familie scheint ein wenig US-verliebt zu sein. Der „Rest der Familie“ sind die 31jährige Sonja und der 34jährige Gerhard. Evi, die Mutter der beiden, ist 59 Jahre alt und seit August Witwe.

Ihr Hobby will Evi deshalb nicht aufgeben: Sie besitzt einen Cadillac in grün, und einen Buick in dunkelblau als Alltagsfahrzeug. Nicht nur die Ami-Schlitten, sondern auch Country-Musik spielt in der Familie eine Rolle, hat doch der verstorbene Leopold Buratti – von allen Putzi genannt – als Bordmechaniker von Evi fungiert und außerdem Banjo und Gitarre gespielt und das in jungen Jahren sogar in einer Band. Einige seiner Gitarren hängen noch an der Wand über dem Sofa. Und jetzt fällt‘s mir also ein, es ist alles ein bissl wie auf einer Ranch, zumindest könnte ich mir vorstellen, dass es auf einer Ranch so aussieht.

Halloween ist saisonaler Fixtermin

Wien (OTS) – „Halloween ist zu einem Fixpunkt im Wiener Handelskalender geworden“, freut sich Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, über den zu erwartenden Rekordumsatz im diesjährigen Halloweengeschäft. Insgesamt werden die Wiener 12 Millionen Euro für das Fest in der Nacht von 31. Oktober auf den 1. November ausgeben. Mittlerweile feiert bereits knapp ein Drittel …

Ehepaar verstirbt Hand in Hand

Wenn selbst der Tod nicht scheiden kann: Norma und Gordon Yeager galten als glückliches und unzertrennliches Ehepaar, nun starben die beiden nach 72  Ehejahren Hand in Hand. Norma (90†) und Gordon (94†) lernten sich in den 1930er Jahren kennen und heirateten nach Gordons Highschool-Abschluss am 26. Mai 1939. Die beiden bekamen 4 Kinder, zwei davon …

Geburtstagseinladung ins Krematorium

Stellen Sie sich vor, Sie sind über 75 Jahre alt und feiern bald einen runden Geburtstag, werden also 80, 90 oder vielleicht sogar 100 Jahre! In der Post finden Sie eine Einladung vom Pfarrer, der alle Gemeindemitglieder über 75 mit rundem Geburtstag zu einer gemeinsamen Feier einlädt. Sie freuen sich, wählen die auf der Einladung …

Der Tod ist weiß: Symbole und Farben der Trauer

Symbole sind Gegenstände und Zeichen, welche stellvertretend für komplexe Gefühle und Sinnesbezüge oder nicht wahrnehmbare Dinge stehen. Je nach Kultur, Religion und Epoche können sie unterschiedliche Bedeutungen haben. Nur wenn ihre Bedeutung allgemein bekannt ist, kann ein Symbol seine Wirkung voll entfalten. Daher ist es sinnvoll, auf die Bedeutung von Symbolen immer wieder hinzuweisen, wenn …

Suizid und Sonnenlicht: Studie der MedUni Wien

In Österreich werden derzeit pro Jahr rund 1.300 Suizide registriert, die Dunkelziffer liegt aber höher, denn viele Suizide werden als Unfälle getarnt und nicht erkannt.

Auf Aspetos haben wir schon darüber berichtet, dass ausgerechnet im Frühling und Sommer die meisten Suizide verübt werden. In der bisher weltgrößten wissenschaftlichen Studie der MedUni Wien konnte nun eine Erklärung dafür gefunden werden: Die Suizidhäufigkeit steht im Zusammenhang mit der Anzahl der Sonnenstunden am Tag und einem niedrigen Serotoninspiegel.

In der Studie wurde die Zahl der Todesfälle durch Selbstmord nach Monaten und Methoden in den Jahren 1996 bis 2006 analysiert und mit den Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik verglichen. Die höchsten Suizidraten liegen laut Analyse zwischen März und Mai, im Juni und Juli sinkt die Anzahl leicht, einen Anstieg gibt es dann wieder im August. Die wenigsten Selbsttötungen werden zwischen November und Jänner verzeichnet.

Auffallend: Der Anstieg in den Frühlings- und Sommermonaten betrifft vor allem die aggressiven Methoden.

Der Serotoninhaushalt im Gehirn wird auch durch die Lichteinstrahlung über die Augen beeinflusst. Wenig Lichteinstrahlung im Herbst und Winter führt zu einer ungebremsten Ausschüttung von Melatonin, einem Hormon, das unter anderem für die Aufrechterhaltung des Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich ist. Die Folge der übermäßigen Melatoninkonzentration im Gehirn ist, dass wir müde, schlapp und übellaunig werden und der Serotoninspiegel im Gehirn sinkt. Die Batterien, die wir im Sommer aufladen, werden immer schwächer.

Siegfried Kasper, Chef der Klinischen Abteilung für Biologische Psychiatrie an der Universitätsklinik für Psychiatrie der MedUni Wien erklärt, dass Suizide nicht gleich am Anfang der niedrigen Sonnenscheinstunden – das heißt im November – häufiger werden, sondern eher zu einem späteren Zeitpunkt, „wenn die Batterie verbraucht ist“.

Vorsicht Familie! Familiäre Trauerprobleme

Familie als Auffangnetz – Familie als Konfliktpotential

Unmittelbar nach einem Todesfall rücken Familienmitglieder in der Regel eng zusammen und versprechen füreinander da zu sein. Das Gefühl der Verbundenheit und Harmonie ist gerade in der ersten Zeit wichtig und tröstend. Sehr häufig entstehen aber auch große, teilweise überhöhte Erwartungen an „die Familie“ als Ganzes. Rasch zeigt sich nämlich, dass die einzelnen Familienmitglieder unterschiedlich trauern und auch verschiedene Strategien in der Trauerbewältigung entwickeln.

Auf die anfängliche, Trost spendende Harmonie folgen Enttäuschungen, Unverständnis, Verletzungen und Konflikte. Streitigkeiten oder ungesundes Schweigen vergiften das Familien-Klima nach und nach: Man spricht nicht mehr darüber, um sich gegenseitig nicht zu verletzen. Man weicht Konflikten aus und schlussendlich bleiben die einzelnen Familienmitglieder mit ihrem Schmerz alleine. Die Familie, die eigentlich Auffangnetz sein sollte, entwickelt sich zu einem kränkenden Gefüge: Aus dem Miteinander entsteht Einsamkeit oder sogar ein Gegeneinander.

Psychotherapie hilft! – Auch in der Trauer

Wiener Landesverband für Psychotherapie bietet Information und Beratung am 3. Tag der Seelischen Gesundheit

Wien (OTS) – Sich Psychotherapie vorzustellen ist gar nicht einfach! Dabei kommt es bei nahezu jeder vierten Person im Verlauf ihres Lebens mindestens einmal zu einer seelischen Erkrankung oder psychischen Störung. Die Tendenz steigt. Unbehandelt können diese Leiden und Störungen in Langzeitkrankenstände und Frühpensionierungen münden. Andererseits zeigen Studien im deutschsprachigen Raum, dass manchmal selbst ExpertInnen der Gesundheitsberufe den Unterschied zwischen Psychiatrie, Psychologie, Psychoanalyse und Psychotherapie gar nicht so genau kennen. Etwas nicht zu kennen, kann unheimlich sein, kann ängstigen. Oder kann dazu führen, sinnvolle Lösungen für unsere psychische Gesundheit nicht in Erwägung zu ziehen!

Immer weniger kirchliche Begräbnisse

Kirchenaustritt wird zur Volksbewegung Wien (OTS) – In den letzten fünf Jahren hat sich mehr eine Viertel Million Österreicherinnen (253.894) von der römisch-katholischen Kirche verabschiedet. Somit ist sie die am stärksten schrumpfende Glaubensgemeinschaft in Österreich, wie auch aktuelle Austrittszahlen offenbaren: In Linz, haben sich Austrittszahlen im zweiten Quartal 2011 verdreifacht (von 202 im ersten auf …

Trauern früher und heute: Familie, Kirche, Dorf

 „Früher wurden Trauernde von der Familie, von der Dorfgemeinschaft und von der Kirche aufgefangen – heute fühlen sich immer mehr Menschen in ihrer Trauer alleingelassen“, wird oft behauptet.

Ob Trauernden früher tatsächlich so viel besser von ihren Familien aufgefangen wurden?

Menschen weichen Trauernden grundsätzlich gerne aus, diese sind nämlich anstrengend: Es geht ihnen nicht gut, sie erzählen immer dieselben Geschichten von ihren Verstorbenen, sie verklären ihre Verstorbenen nicht selten … und viele Menschen wissen einfach nicht, wie sie sich Trauernden gegenüber verhalten sollen. Diese Unsicherheit erzeugt Angst und Sprachlosigkeit und dann weicht man eben aus. Das war früher nicht anders!

Das Trauerjahr war außerdem mit strengen Regeln verbunden und erzeugte großen moralischen Druck und gesellschaftliche Erwartungen, die mit den Bedürfnissen des einzelnen selten übereinstimmten. Da der Trauernde aber eingebunden war in Großfamilie, Religions- und Dorfgemeinschaft ist die Vereinsamung, die wir heute feststellen, nicht so krass aufgefallen. Tatsache ist aber: Man kann auch in einer Gemeinschaft einsam und Außenseiter sein. Die strengen moralischen Vorschriften, die es im Trauerjahr gab und die Sprachlosigkeit waren guter Nährboden für Vereinsamung in der Gemeinschaft.