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Deutsche Schüler von österreichischer Bestattungskultur begeistert

Schülerinnen präsentieren ihre EindrückeFRIEDRICHSHAFEN (ans) “Pflege auf wienerisch” heißt eine Ausstellung, die gestern in der Kitzenwiese eröffnet worden ist. Neun Altenpflegeschüler aus der Gotthilf-Vöhringer-Schule haben ihre Eindrücke zum Themenkreis “Alter, Pflegebedürftigkeit, Tod” aus einer Studienreise nach Wien künstlerisch in Szene gesetzt. Die Gotthilf-Vöhringer-Schule bietet ihren angehenden Altenpflegern im zweiten Ausbildungsjahr stets die Möglichkeit, eine Studienreise …

Altern ist geil!

Aspetos im Interview mit Markus Moosbrugger, stv. Schuldirektor der Krankenpflegeschule am Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe in Innsbruck. Er lehrt und hält Vorträge zum Thema „Aktiv alt werden“ und erstellt Konzepte zum Thema „Aktivitäten setzen im Altersheim“.Die Themen Altern, Sterben, Tod und Trauer begleiten ihn seit seinem 16. Lebensjahr. „Es sind aus beruflichen und privaten Gründen meine Themen“, sagt er und hat seine ganz eigene Sicht vom Altern, die sich wesentlich vom Bild des alten Menschen unserer Anti-Aging-Gesellschaft unterscheidet.

Warum werft ihr die Toten nicht auf den Komposthaufen?

Moderne Verstorbenenversorgung und Abschied am offenen Sarg – Sinnvoll oder “verdächtig amerikanisch”?

„Moderne Verstorbenenversorgung“ und „Thanatologie“ sind Begriffe, die in der Bestattungsbranche in den letzten 5 Jahren immer häufiger zum Thema geworden sind. Aber auch Laien und Angehörige haben Vorstellungen davon, was Thanatologen bei der modernen Versorgung tun: Sehr häufig ist bei Angehörigen und Laien die Vorstellung verbreitet, dass Thanatologen Verstorbene schminken. Das klingt natürlich „amerikanisch“ und alles, was „amerikanisch“ klingt, ist für Österreicher zunächst natürlich verdächtig.

Gesunder Umgang mit der Angst

Angst ist ein dem Menschen angeborenes Gefühl mit Entstehungsort im Limbischen System. Angst ist ein Gefühl mit Schutzfunktion, ein Warnsignal. Wenn wir in eine für uns bedrohliche Situation kommen, löst Angst ein Bedürfnis nach Vermeidungsverhalten aus und schützt uns so vor Gefahr. Sie dient der Selbsterhaltung und ist so gesehen ein biologisch angelegtes, sinnvolles Reaktionsmuster.

Die typischen Angstreaktionen (Zittern, Schweißausbrüche, Herzrasen, erhöhte Atemfrequenz etc.) werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert und sind somit nur sehr schwer willkürlich zu beeinflussen.

Was ist falsch am Hirschgeweih auf dem Sarg des Jägers? Neue Rituale oder altes Theater?

Wir brauchen neue Rituale. Die alten passen nicht mehr und wirken dadurch leer und starr. Und was fällt uns Bestattern dazu ein? „Die Trauerfeier muss zum Leben des Verstorbenen passen.“Also lassen wir beim Abschied von Kindern Luftballone steigen, Jugendliche werden aufgebahrt und ihr Skateboard darf an den Sarg gelehnt werden, dazu vielleicht noch ihr Lieblings-Stück von den Bösen Onkelsz „Die Besten sterben immer zu früh“. Und der Jäger bekommt sein letztes Hirschgeweih auf den Sarg, alles ist mit Tannenzweigen dekoriert. Weidmanns Heil! – Weidmanns- Dank! Amen.

Sind Leichen giftig?

Nein, Leichen sind natürlich nicht “giftig”. Ein “gesunder” Verstorbener ist so giftig, wie ein “gesundes” totes Huhn. Es gibt kein Leichengift. Es entstehen durch den Fäulnisprozess zwar Toxine als Abbauprodukte von Eiweißen (so genannte Alkaloide), ein Kontakt durch Berührung mit diesen Alkaloiden ist allerdings ungefährlich und eine schädliche Wirkung durch Hautkontakt oder Einatmung von “Leichengift” ist daher ausgeschlossen. Lediglich der Verzehr bzw. orale Schmierinfektionen oder Infektionen durch Schnittverletzungen können zu Erkrankungen führen, die allerdings nicht durch Leichengift, sondern durch Bakterientoxine, Alkaloide und mikrobielle Infektionen verursacht werden können.

Trauer und Behinderung

“Sie verstehen es eh nicht!” Trauer und Behinderung

Menschen mit geistiger Behinderung haben besondere Bedürfnisse, – vor allem natürlich dann, wenn sie einen wichtigen Menschen durch den Tod verlieren. Das Thema “Trauer und Behinderung” ist allerdings kaum untersucht, Fachbücher dazu, lassen sich an einer Hand abzählen. In den Betreuungseinrichtungen ist das Thema neu, wird aber vermehrt diskutiert.