Traueranzeige von
Abi Ofarim

05.10.1937 - † 04.05.2018
Traueranzeige von Abi Ofarim
Albumcover "Too Much of Something" (Sony Music)

Der deutsch-israelische Sänger und Gitarrist war vor allem zwischen 1959 und 1969 zusammen mit seiner damaligen Frau Esther als Teil des Gesangsduos Esther & Abi Ofarim international erfolgreich. 1964 bekamen die beiden die Silberne Rose von Montreux verliehen. In seiner Laufbahn hat Abi Ofarim, der mit bürgerlichem Namen Abraham Reichstadt hieß, insgesamt 59 Goldene Schallplatten erhalten.

Seine Musiklaufbahn begann Ende 1959 mit seiner späteren Ehefrau, als die beiden erstmals mit folkloristischen Titeln unter dem Künstlernamen „Ofarim“ in Israel auftraten. Nach der Heirat 1961 nannten sie sich dann Esther & Abi Ofarim. Beim Eurovision Song Contest 1963 in Großbritannien belegte Esther für die Schweiz mit dem Titel „T'en va pas“ den 2. Platz, woraufhin das Paar auch international bekannt wurde. In der Folge nahmen sie Schallplatten in mehreren Sprachen auf und wurden zu einem der erfolgreichsten Gesangsduos der 1960er Jahre.

1964 nahmen die zwei an den Deutschen Schlager-Festspielen teil und belegten mit „Schönes Mädchen“ einen beachtlichen 4. Platz. Im selben Jahr hatten sie im deutschsprachigen Raum noch einen Hit mit „Morgen ist alles vorüber“. Weitere bekannte Songs wie „Noch einen Tanz“, „Sing Hallelujah“, „Morning of my life“ (von den Bee Gees geschrieben) oder „Cinderella Rockefella“ folgten, bei denen Abi auch selbst für die Produktion verantwortlich war.

Bis 1969 konnte das Paar noch einige gemeinsame Erfolge feiern, dann kam es zur Trennung. Am 1. März 1969 standen die beiden letztmals gemeinsam auf der Bühne, im November 1970 war das Paar geschieden. Beide gingen danach eigene Wege, Abi Ofarim wurde endgültig in München sesshaft und war damals kurzzeitig auch mit der Schauspielerin Iris Berben liiert. Anfang der 1970er-Jahre versuchte er eine Solokarriere, wobei er nicht an frühere Erfolge anknüpfen konnte. Parallel dazu wurde er aber als Musikproduzent sehr erfolgreich, er arbeitete und lebte unter anderem mit Margot Werner zusammen.

1982 veröffentlichte er ein Soloalbum mit dem Titel „Much too Much“ sowie seine Erinnerungen in dem Buch „Der Preis der wilden Jahre“. Später erklärte Ofarim seinen Abschied von der Bühne und produzierte lediglich Musik für andere Künstler. 2009 erschien nach 27 Jahren Pause noch einmal ein neues Album von ihm unter dem Titel „Too Much of Something“. Im April 2014 eröffnete er mit seinem Verein Kinder von gestern e.V. in München ein sogenanntes Jugendzentrum für Senioren, ein soziales Projekt gegen Armut und Einsamkeit im Alter.

Abi Ofarim ist der Vater der Sänger Gil und Tal Ofarim. Insbesondere Gil kann seit seinem ersten Soloalbum 1997 respektable Erfolge im Musikbusiness vorweisen, teils auch mit seinen Bandprojekten Acht und Zoo Army. Abi Ofarim starb nach langer schwerer Krankheit am 4. Mai 2018 im Alter von 80 Jahren in München.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Abi Ofarim erstellt und ist dem Sänger vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.