Traueranzeige von
Al Jarreau

12.03.1940 - † 12.02.2017
Traueranzeige von Al Jarreau
Von Jasper De Boer The Nederlands - al_jarreau, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3949159

Der US-amerikanische Sänger prägte jahrzehntelang die internationale Jazz-Szene, erhielt 2001 einen goldenen Stern auf dem „Hollywood Walk of Fame“ und wurde mit insgesamt sieben Grammys ausgezeichnet. Bis heute ist er der einzige Künstler, der in drei unterschiedlichen Musikrichtungen Grammy Awards bekommen hat, nämlich Jazz, Pop und Rhythm & Blues.

Al Jarreau hieß mit komplettem Namen Alwyn Lopez Jarreau und sang bereits mit vier Jahren sein erstes Solo in der Kirche. Im Radio hörte er in jungen Jahren schon am liebsten Jazzgrößen wie Ella Fitzgeralds, Dizzy Gillespie oder Nat King Cole zu. In seiner Jugend begann er, in Bars seiner Heimatstadt Milwaukee aufzutreten. Von 1958 bis 1962 studierte Jarreau am Ripon College in Wisconsin Psychologie und trat an den Wochenenden regelmäßig mit einer vierköpfigen Gruppe namens The Indigos auf. 1964 ging er nach San Francisco. Dort trat er dreimal pro Woche abends in einem Club mit einem Trio auf, das vom damals noch unbekannten George Duke geleitet wurde. Nach und nach lernte er immer mehr Musiker kennen, die ihn prägten.

Es dauerte jedoch bis in die 1970er Jahre hinein, bis Jarreau mit seiner Karriere durchstarten konnte. 1975 trat er mit damals 35 Jahren im Vorprogramm des Jazzpianisten Les McCann in Hollywood auf. Bei einem nachfolgenden Auftritt wurde er von einem Talentscout der Warner Music Group entdeckt und unterschrieb bald darauf seinen ersten Plattenvertrag. Kurz darauf erschien sein erstes Album „We Got By“.  Anschließend trat er sechs Monate lang in Liveclubs in Hamburg auf. Dort startete er also seine internationale Karriere.

1976 kam sein zweites Album „Glow“ heraus. 1977 wurden Ausschnitte von seiner Europatournee auch auf der Platte „Look to the Rainbow“ verewigt, inklusive seiner Liveversion von Dave Brubecks Klassiker „Take five“, die ihn mit einem Schlag bekannt machte. Zu dieser Zeit erhielt Jarreau auch den deutschen Schallplattenpreis für Nachwuchskünstler. Auch in den USA wuchs seine Bekannt- und Beliebtheit. 1978 bekam er dort den Grammy als „Best Jazz Vocal“, ein Jahr darauf gewann er für „All Fly Home“ einen zweiten Grammy in der Rubrik „Best Jazz Vocal“.

Im Pop-Genre einem größeren Publikum bekannt wurde Al Jarreau 1985 durch sein Mitwirken am Welthit „We are the World“ für das Projekt „USA for Africa“ zugunsten der Afrika-Welthungerhilfe. Auch die aus seiner Feder stammende Titelmelodie zur TV Serie „Das Model und der Schnüffler“ machte ihn in breiten Kreisen bekannt. Sein erfolgreichstes Album „L is for Lover“ erschien auch Mitte der 1980er Jahre, damit blieb Al Jarreau 28 Wochen in den deutschen Album-Charts und kletterte zwischenzeitlich auf Platz 7. Insgesamt veröffentlichte die Jazz-Legende fast 40 Solo-Alben, sein letztes Werk war „My Old Friend: Celebrating George Duke“ im Jahr 2014.

Ende Januar 2017 sagte Jarreau wegen Schwäche und Kurzatmigkeit eine geplante Jazz-Kreuzfahrt ab und musste ärztlich behandelt werden. Am 8. Februar 2017 ließ er über seine Website erklären, dass er seine Live-Karriere beenden müsse. Vier Tage später starb er im Krankenhaus im Kreise seiner Familie.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Al Jarreau erstellt und ist dem Musiker vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.