Traueranzeige von
Christine Nöstlinger

13.10.1936 - † 28.06.2018
Traueranzeige von Christine Nöstlinger
Foto: Deutscher Taschenbuchverlag

Die österreichische Schriftstellerin zählte mit mehr als 100 Büchern zu den bekanntesten und einflussreichsten Kinderbuchautoren des deutschen Sprachraums. Fast ein Dutzend ihrer Bücher wurden auch verfilmt. Christine Nöstlingers Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit international renommierten Preisen wie der Hans-Christian-Andersen-Medaille oder dem Astrid-Lindgren-Memorial-Award ausgezeichnet. Sie war auch Trägerin des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst und bekam 2011 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.  

Nöstlinger begann erst nach einem Grafik-Studium und der Geburt ihrer zwei Töchter mit der Schriftstellerei. Ihr erstes Werk war das 1970 veröffentlichte Kinderbuch „Die feuerrote Friederike“, das ursprünglich von ihr selbst illustriert wurde und zunächst eher ein Bilderbuch war, die Geschichte kam erst später dazu. Ein erster großer Erfolg war 1972 der fantastische Kinderroman „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“, für den Nöstlinger den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann. Ihr 1973 erschienenes Buch „Maikäfer, flieg! Mein Vater, das Kriegsende, Cohn und ich“ war wiederum ein autobiografischer Roman, der am Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit in Wien spielt. Weitere bekannte Bücher von Nöstlinger sind „Gretchen Sackmeier“, „Gretchen hat Hänschen-Kummer“, „Gretchen, mein Mädchen“, „Der Hund kommt!“, „Nagle einen Pudding an die Wand!“ und „Sowieso und überhaupt“.

Politische und gesellschaftskritische Aspekte kennzeichnen Christine Nöstlingers literarisches Werk in besonderer Weise. Eines ihrer dringlichsten Themen ist der Widerstand gegen Anmaßung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit in jeglicher Form. Neben ihren standarddeutschen Werken veröffentlichte sie auch einige Werke in Wiener Mundart. Zuletzt lebte Christine Nöstlinger abwechselnd in Wien Brigittenau und auf einem Bauernhof im Waldviertel. 2010 wurde bei ihr Gebärmutterkrebs festgestellt, nachdem sie erst eine Brustkrebserkrankung überstanden hatte. Letztlich starb die langjährige Raucherin an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.  

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Christine Nöstlinger erstellt und ist der  Schriftstellerin vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.