Traueranzeige von
Édouard Manet

23.01.1832 - † 30.04.1883
Traueranzeige von Édouard Manet
Nadar [Public domain], via Wikimedia Commons
Der französische Maler Édouard Manet wurde am 23. Januar 1832 in Paris geboren. Bis zu seinem Tod am 30. April 1883 lebte er, mit Unterbrechung durch seine Zeit beim französischen Militär sowie Auslandsaufenthalten zeitlebens in der französischen Hauptstadt.

Manet hat mit seinen Werken die moderne Malerei maßgeblich beeinflusst und gilt zu Recht als einer ihrer Wegbereiter. Zu seinen berühmtesten Werken gehören die Gemälde „La Rue Mosnier aux drapeaux“ sowie einige Selbstporträts, die bei internationalen Auktionen vor einigen Jahren hohe zweistellige Millionenbeträge erzielten.

Das Leben von Édouard Manet

Als Kind eines Richters und einer Diplomatentochter kam Édouard Manet 1832 in einem Haus unweit des Pariser Louvre zur Welt. Sein Vater war im Justizministerium für die Personalabteilung verantwortlich. Seine Mutter, deren Pate der schwedische König Karl XIII. war, galt als begnadete Sängerin bei Hauskonzerten. Die Eltern besaßen einen ererbten Grundbesitz nordwestlich von Paris, auf dem die Familie die Sommermonate verbrachte und durch die Verpachtung der Ländereien über ein gutes Einkommen verfügten. Der Lebensstil der kunstinteressierten Familie war gehoben. Édouard Manet war in der Familie der älteste von drei Söhnen, die gemeinsam mit ihrem Onkel schon in früher Kindheit das nahe gelegene Louvre Museum besuchten, um die dort ausgestellten Kunstwerke zu besichtigen.

In seiner Schulzeit war Édouard Manet durch schlechtes Verhalten und Noten auffällig, er verbrachte die Zeit des Unterrichts lieber mit dem Malen von Karikaturen, die ihn bei seinen Mitschülern beliebt machten. Das Talent zum Zeichnen und Malen wurde von seinem Onkel erkannt und durch bezahlten Malunterricht gefördert. Bereits in seiner Jugend fertigte Édouard Manet in den Räumen des Louvre erste Zeichnungen nach Vorlage der dort ausgestellten Werke Alter Meister sowie bei Ausflügen in der freien Natur an.

Nach seiner Schulausbildung strebte Édouard Manet eine Karriere beim französischen Militär an, die von seinen Eltern unterstützt wurde. Die schlechten schulischen Leistungen Manets schlossen eine juristische Laufbahn wie bei seinem Vater aus. Als Vorbereitung auf eine Aufnahmeprüfung verbrachte der junge Manet eine mehrmonatige Reise auf hoher See, die ihn nach Brasilien führte. Während seiner Reise fertigte er zahlreiche Zeichnungen an und kam schließlich zum Entschluss, keine Karriere bei der Marine anzustreben, sondern stattdessen Malers zu werden. Die Reise nach Brasilien in jungen Jahren muss sehr beeindruckend auf Manet gewesen sein, bestehen die späteren Werke des Stadtmenschen aus einem beachtlichen Teil maritimer Motive.

Manet erlernte die Malerei im Atelier von Thomas Couture sowie auf zahlreichen Studienreisen und in den großen Museen Europas. 1856 eröffnete er gemeinsam mit einem befreundeten Maler sein eigenes Atelier. Bis 1859 sind nur wenige seiner Werke bekannt. In diesem Jahr begann er, im zweijährlich stattfindenden Salon de Paris seine Werke der Öffentlichkeit zu zeigen, erhielt in den ersten Jahren jedoch keine positiven Kritiken.

1860 zog Manet aus dem Elternhaus aus und mit der niederländischen Pianistin Suzanne Leenhoff, die er 1863 heiratete, zusammen. Zu dieser Zeit begann er, die spanische Malerei als Inspirationsquelle zu entdecken.

Seine Ausstellungen im Salon de Paris stießen zunehmend auf Ablehnung und wurden teilweise abgelehnt. Von jungen Künstlern, überwiegend aus den Stilrichtungen der Naturalisten und Impressionisten, hingegen wurde Manet verehrt und hatte einen entsprechend großen Einfluss auf ihr Schaffen.
Nach jahrelanger Erkrankung an Syphilis wurde Manet im April des Jahres 1883 das linke Bein amputiert, zehn Tage später verstarb er und wurde auf dem Cimetière de Passy bestattet.

Die besonderen Leistungen des Édouard Manet

Während seiner Lebzeiten wurde Manet in der Öffentlichkeit für seine Werke häufig kritisiert. So wurden zahlreiche seiner Bilder nicht im Salon de Paris ausgestellt oder entpuppten sich zum Skandal, wie 1865 mit seinem Werk “Olympia” geschehen. Erst nach seinem Tod entstand ein anderes Bild in der Öffentlichkeit, welches bei einer Ausstellung seines Lebenswerks ein Jahr nach seinem Ableben deutlich positiver war.

Manet erbrachte mit seinen Werken besondere Leistungen im Postimpressionismus. Während er zeitlebens eine Quelle der Inspiration für junge Künstler war, wurden seine späten Werke von sowohl der Fachwelt als auch der Öffentlichkeit als besonders wertvoll für diese Stilrichtung erkannt.

Édouard Manet litt längere Zeit an Syphillis, weshalb ihm am 20. April 1883 das linke Bein amuputiert wurde. 10 Tage darauf starb er und wurde in Paris auf dem Cimetière de Passy bestattet.