Traueranzeige von
Fidel Castro

13.08.1926 - † 25.11.2016
Traueranzeige von Fidel Castro
Von Antônio Milena/ABr - Agência Brasil [1], CC BY 3.0 br, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32449108

Der kubanische Revolutionär und Politiker war bis zu seinem Tod eine der bekanntesten Figuren der Weltpolitik. Er bekleidete in seinem Heimatland Kuba u.a. die Ämter des Regierungschefs, des Staatspräsidenten und des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei. Mit der Bewegung des 26. Juli war er die treibende Kraft der kubanischen Revolution, die 1959 zum Sturz des Diktators Batista führte.

Schon in jungen Jahren interessierte sich Fidel Castro für die Politik. 1945 begann er ein Jurastudium an der Universität von Havanna und begann, sich politisch zu engagieren. 1947 schloss er sich der Orthodoxen Partei von Eduardo Chibas an, die gegen die damalige, korrupte Regierung von Carlos Prio kämpfte. Im Jahr 1950 wurde Castro zum Doktor des Zivilrechts promoviert. Er eröffnete in Havanna eine Rechtsanwaltskanzlei, die er bis 1953 führte. Sein Hauptinteresse galt jedoch weiterhin der Politik: Im Juni 1952 wollte er mit der Orthodoxen Partei bei den Parlamentswahlen antreten. Der Staatsstreich am 10. März, den General Fulgencio Batista angeführt hatte, führte zur Absetzung der Regierung von Carlos Prío, vereitelte zugleich aber Castros Vorhaben, da die Wahlen abgesagt wurden.

Fidel Castro radikalisierte sich damals immer mehr, 1953 versammelte er rund 160 Mitstreiter um sich, um die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba zu stürmen. Der Versuch scheiterte, Castro wurde festgenommen und der Justiz überstellt. Am 16. Oktober 1953 fand die Gerichtsverhandlung in Santiago de Cuba statt. Castro wurde zu 15 Jahren Gefängnis auf der Isla de Pinos verurteilt. Am 15. Mai 1955 kam Castro im Rahmen einer Generalamnestie nach weniger als zwei Jahren frei.

Castro gründete daraufhin mit seinen Gefährten auf Kuba am 12. Juni 1955 die Bewegung des 26. Juli. Deren Strategie war der bewaffnete Kampf durch kleine geheime Zellen im Untergrund, die über das ganze Land verstreut waren. Die Führungspersönlichkeiten hielten sich damals im Exil in Mexiko auf. Dort lernte Castro auch den Argentinier Ernesto Guevara, später kurz Che genannt, kennen. Am 25. November 1956 brach Fidel Castro zusammen mit Che Guevara, seinem Bruder Raúl Castro und weiteren knapp 80 Revolutionären mit einem Schiff von Mexiko nach Kuba auf. Als befehlshabender Kommandant führte Fidel Castro die Guerilla der Rebellenarmee an. Nach über zwei Jahren Guerillakampf flüchtete der kubanische Diktator Batista am 1. Januar 1959 schließlich aus Kuba. Die Gewerkschaften und auch bürgerliche Demokraten hatten sich gegen ihn gestellt, die USA hatten nach einem Massaker an Oppositionellen ein Waffenembargo verhängt und verweigerten militärischen Beistand.

Nach dem Sieg wurde Castro – wenn auch nicht offiziell – der neue Regierungschef Kubas. Am 16. Februar 1959 übernahm er auch formal das Amt des Ministerpräsidenten und übergab den Oberbefehl über die Streitkräfte an seinen Bruder Raúl. Seit Januar 1959 hatten die Brüder Castro und Guevara sich in geheimen Verhandlungen mit der Führung der moskautreuen Kommunistischen Partei (PSP) auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Aber erst nach einem persönlichen Treffen mit Nikita Chruschtschow am Rande der UNO-Vollversammlung 1960 änderte sich Castros Einstellung zur Sowjetunion. Das Verhältnis zum „kommunistischen Bruderstaat“ blieb jedoch kritisch, u.a. wegen des nicht abgesprochenen Abzugs der sowjetischen Raketen zur Beendigung der Kubakrise im Oktober 1962.

Später verfolgte Castro eine Politik des Internationalismus. Er entsandte, gewissermaßen als Gegenleistung für die umfangreiche Entwicklungshilfe der Sowjetunion, in enger Anlehnung an die Außenpolitik des Ostblocks, Truppen zur Unterstützung kommunistischer Regimes. In dieser Phase arbeiteten die beiden Staaten recht eng zusammen. Das änderte sich zur Wendezeit. Castro stand damals Michail Gorbatschows Politik von Glasnost und Perestroika ablehnend gegenüber. Er nahm das mit den Reformen verbundene Risiko eines Auseinanderbrechens des Moskauer Machtbereichs für das eigene politische Überleben sehr ernst und verteidigte die von ihm errichtete marxistisch-leninistische Ordnung des kubanischen Staates gegen die im In- und Ausland vorherrschenden Rufe nach wirtschaftlicher und politischer Öffnung.

Kuba schlitterte zu dieser Zeit in eine wirtschaftliche Krise, die Castro zu Wirtschaftsreformen zwang. Dazu zählten die Legalisierung des Dollarbesitzes sowie die Zulassung von selbständigen Tätigkeiten und freien Bauernmärkten, begleitet von einer Öffnung des Landes für Tourismus und Auslandsinvestitionen. Castro hatte bis 2006 das Amt des Staatspräsidenten, des Staatsratsvorsitzenden sowie des Ministerratsvorsitzenden gleichzeitig inne. Als Präsident hielt er zugleich den Rang eines Oberkommandierenden der kubanischen Armee. Am 1. August 2006 gab Fidel Castro wegen einer schweren Erkrankung (Darmblutungen) alle seine Funktionen und Ämter vorläufig an seinen jüngeren Bruder Raúl ab. Er wollte 2008 zwar noch einmal antreten, verkündete schließlich aber seinen endgültigen Verzicht. Sein politischer Einfluss nahm immer mehr ab, auch wenn er sich noch öfter mit wichtigen Persönlichkeiten der Weltpolitik traf.

Fidel Castro starb am späten Abend des 25. November 2016 nach offiziellen Angaben im Alter von 90 Jahren in Havanna. Sein Bruder Raúl verlas anschließend im Fernsehen eine kurze Erklärung, in der er erwähnte, dass der Tote am folgenden Tag auf eigenen Wunsch eingeäschert werde. Die Beisetzung erfolgt nach einer neuntägigen Staatstrauer am 4. Dezember in einem Mausoleum auf dem Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Fidel Castro erstellt und ist dem Politiker vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.