Traueranzeige von
France Gall

09.10.1947 - † 07.01.2018
Traueranzeige von France Gall
Foto: Von Keystone-France / Gamma-Keystone - Eurovision : les 20 candidats les plus inoubliables du concours (in french). elle.fr (February 19, 2015)., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65362340

Die französische Sängerin, die gebürtig eigentlich Isabelle Geneviève Marie Anne Gall hieß, war insbesondere in den 1960er und 70er Jahren ein Star in Frankreich und im deutschsprachigen Raum. 1965 gewann sie den Grand Prix Eurovision für Luxemburg mit dem Titel „Poupée de cire, poupée de son“, der in der Folge auch Platz zwei der deutschen Hitparade erreichte. Ihren einzigen Nummer-eins-Hit in Deutschland hatte France Gall allerdings erst 1988 mit dem Song „Ella, elle l‘a“. Am 7. Januar 2018 erlag sie einer zwei Jahre zuvor erneut ausgebrochenen Krebserkrankung.

Die Sängerin stammte aus einem musikalischen Elternhaus. Ihr Vater Robert Gall schrieb unter anderem Chansons für Charles Aznavour und Edith Piaf. Bereits im Alter von 15 Jahren nahm France Gall unter ihrem Künstlernamen ersten Lieder auf. Ihre frühe Karriere wurde besonders durch die Bekanntschaft mit dem Sänger und Songschreiber Serge Gainsbourg gefördert. Mit einem seiner Lieder – „Poupée de cire, poupée de son“ – nahm sie 1965 auch am Grand Prix Eurovision teil und gewann den in Neapel ausgetragenen Wettbewerb. In Frankreich war France Gall jahrelang überaus beliebt. Insgesamt drei ihrer Alben erreichten Platz eins, vier weitere kamen auf Position zwei der Charts.

1966 verließ France Gall ihre Heimat Frankreich, ging in die Bundesrepublik Deutschland und nahm dort bis 1972 auf Deutsch gesungene Platten auf. Für „Zwei Apfelsinen im Haar“ (ihre deutsche Version von „A Banda“ von Chico Buarque) erhielt sie 1968 eine Goldene Schallplatte, ein Jahr später erreichte ihr Titel „Ein bißchen Goethe, ein bißchen Bonaparte“ Platz 14 der Charts und war damit ihre bis dahin höchste deutschsprachige Hitparadennotierung. Aufgrund ihrer Popularität in Deutschland erhielt sie 1969 und 1971 den Bronzenen sowie 1970 den Silbernen „Otto“ der Jugendzeitschrift „Bravo“.

Es dauerte aber noch bis ins Jahr 1988, bis France Gall auch die Spitze der deutschen Charts eroberte. Der Titel „Ella elle l’a“, eine Hommage an die Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald, hielt sich vier Wochen lang auf Platz 1. Der Song, der später auch von Alizée und Kate Ryan gecovert wurde, war damals die in der Bundesrepublik fünftmeistverkaufte Single und damit sogar noch etwas erfolgreicher als in Frankreich. Auch das dazugehörige Album „Babacar“ erreichte immerhin Platz sieben und hielt sich 17 Wochen lang in den Top 100.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von France Gall erstellt und ist der Sängerin vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.