Traueranzeige von
Friedensreich Hundertwasser

15.12.1928 - † 19.02.2000
Traueranzeige von Friedensreich Hundertwasser
By Hannes Grobe (Own work) [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Der österreichische Künstler hat der Welt insbesondere mit seiner extravaganten, fantasievollen Baugestaltung ein lebendiges architektonisches Erbe hinterlassen. Friedensreich Hundertwasser, der bürgerlich Friedrich Stowasser hieß, war stets ein Gegner der „geraden Linie“ und entzog sich jeglicher Standardisierung im Kunst- und Architekturbereich.

Hundertwassers künstlerische Laufbahn begann 1948/49 an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Dort begann er auch, seine Werke mit dem Künstlernamen Hundertwasser zu signieren, brach das Studium aber schon nach kurzer Zeit wieder ab und begab sich auf Reisen. Der Einzelgänger Hundertwasser reiste während seines Lebens viel und gern und lernte Englisch, Französisch und Italienisch. Stets hatte er einen Miniaturmalkasten bei sich, um überall und sofort malen zu können. Seine ersten Ausstellungen hatte Hundertwasser 1952 und 1953 in seiner Heimatstadt Wien, 1955 in Mailand sowie 1954 und 1956 in der Galerie Facchetti in Paris.

Anfang der 1960er Jahre führte ihn der Weg nach Japan. Während dieser Zeit entstand auch der Vorname Friedensreich. Er übersetzte ihn in die japanischen Schriftzeichen für die Begriffe „Friede“ und „reich“ und fügte aus beiden Wortteilen seinen Künstlernamen zusammen, ergänzt um die weiteren extravaganten Vornamen Regentag und Dunkelbunt. „Hundertwassers Regentag“ hieß dementsprechend auch ein Film von Regisseur Peter Schamoni, in dem es um den alten Salzfrachter geht, mit dem Hundertwasser 1968 von Sizilien nach Venedig segelte und der nach vollständigem Umbau zu Hundertwassers Schiff „Regentag“ wurde.

In den 1970er Jahren erwarb Hundertwasser mehrere Grundstücke in Neuseeland. Dort verwirklichte er seinen Traum vom Leben und Arbeiten mit und in der Natur u.a. in dem von ihm gestalteten „Bottlehouse“. Er konnte dort mittels Sonnenkollektoren, Wasserrad und Pflanzenkläranlagen nahezu autark leben. Hier experimentierte er auch mit Grasdächern. Spätestens hier entwickelte sich neben der Malerei auch sein Faible für Achitektur. 

Folgerichtig gestaltete Hundertwasser 1982 in seinem ersten Bauprojekt auch erstmals eine Fassade, nämlich die der Rosenthal-Fabrik in Selb. Ein Jahr später folgte die Grundsteinlegung des Hundertwasser-Hauses in Wien, das am 17. Februar 1986 an die Mieter übergeben wurde. In den Jahren darauf arbeitete Hundertwasser an zahlreichen Architekturprojekten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Kalifornien, Japan und Neuseeland. In Architekturkreisen stießen seine Entwürfe nicht immer auf Gegenliebe, aber noch heute sind alle vollendeten Bauwerke echte Touristenmagneten. 

Am 19. Februar 2000 starb Friedensreich Hundertwasser auf der Rückreise von Neuseeland nach Europa an Bord der Queen Elizabeth 2 an Herzversagen. Seinem letzten Wunsch entsprechend wurde er am 3. März 2000 auf seinem Grundstück in Neuseeland unter einem Tulpenbaum, ohne Sarg und nackt, eingehüllt in eine von ihm entworfene Koruflagge, beerdigt.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 18. Todestages von Friedensreich Hundertwasser erstellt und ist dem Künstler vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.