Traueranzeige von
Hans-Jürgen Wischnewski

24.07.1922 - † 24.02.2005
Traueranzeige von Hans-Jürgen Wischnewski
Von Holger Noß - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=597173

Hans-Jürgen Wischnewski, auch bekannt als "Ben Wisch", war ein deutscher SPD-Politiker. Wischnewski wird am 24. Juli 1922 in Ostpreußen als Sohn eines Zollbeamten geboren. Er beschreibt sein Elternhaus als "ausgeprägt preußisch, sehr protestantisch und antinazistisch".

1927 übersiedelt die Familie nach Berlin. Dort absolviert Wischnewski 1941 sein Abitur, anschließend wird er zur Wehrmacht eingezogen. Er dient als Oberleutnant bei den Panzergrenadieren an der Ostfront und gerät 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Die Erfahrungen des Krieges sind die Basis seines lebenslangen Engagements für Demokratie und friedliche Konfliktlösungen.

1946 zieht Wischnewski nach Straubing in Bayern und wird Metallarbeiter. Er tritt in die SPD und die IG-Metall ein. Er machte eine Ausbildung in Arbeits- und Sozialrecht und betreute 1952 im Auftrag der Gewerkschaft Betriebsräte in Köln. Von 1953-1959 ist er Gewerkschaftssekretär der IG-Metall in Köln.

1957 bis 1990 war er Mitglied des Bundestages, 1974 bis 1976 ist er unter Helmut Schmidt Staatsminister im Auswärtigen Amt. 1976-1979 wechselt er ins Kanzleramt und ist Bevollmächtigter der Bundesregierung in Berlin. Er wird mit diplomatischen Sondermissionen betraut. Als er als Krisenmanager wegen einer entführten Lufthansa-Maschine erfolgreich Verhandlungen führt, wird er von der Presse als "Held von Mogadischu" gefeiert.

1948 war Wischnewski ein Jahr lang SPD-Schatzmeister. Differenzen mit Hans-Jochen Vogel (Vorsitzender der Fraktion im Bundestag) führen zu seinem Rücktritt als Schatzmeister. Er legt auch seinen Sitz im Präsidium und Vorstand der SPD nieder.

Ab 1986 ist Hans-Jürgen Wischnewski zehn Jahre lang im Nahen Osten als Krisenmanager aktiv. 1997 wird er ausgezeichnet mit dem höchsten palästinensischen Orden durch Palästinenserpräsident Jassir Arrafat.

Im Jahr 2004 hat Wischnewski zwei Herzinfarkte und mehrere Hüftoperationen hinter sich, so dass er nun an den Rollstuhl gefesselt ist. Am 24. Februar 2005 stirbt Hans-Jürgen Wischnewski im Alter von 82 Jahren in Köln.


Dieses Trauerprofil ist anlässlich des 13. Todestages von Hans-Jürgen Wischnewski erstellt worden und ist dem Politiker vom gesamten ASPETOS-TEAM gewidmet.