Traueranzeige von
Herbert Achternbusch

23.11.1938 - † 13.01.2022
Traueranzeige von Herbert Achternbusch
Von Harald Bischoff - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41223208

Der deutsche Regisseur und Schriftsteller war besonders bekannt für seine avantgardistischen, gesellschaftskritischen Filme, aber auch Theaterstücke, Bücher und Gemälde zählen zu seinem Gesamtwerk. Der gebürtige Münchner Herbert Achternbusch schuf in seiner Laufbahn fast 30 Kino- und Fernsehproduktionen, meist mit kleinem Budget. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Autorenfilms der 1970er Jahre und brach mit seinen Filmen bewusst gesellschaftliche Tabus. Er griff nicht nur die katholische Kirche an, sondern nahm die seiner Ansicht nach verlogene Gesellschaft mit absichtlich provokant-geschmacklosen Szenen auf die Schippe. Das Filmfest München ehrte Achternbusch 2008 mit einer umfassenden Retrospektive.

Nach dem Abitur studierte Herbert Achternbusch in Nürnberg und München zunächst bildende Kunst. Schon bald entdeckte er zusätzlich zur Malerei das Filmemachen für sich. Sein erster Kinofilm als Regisseur war 1974 "Das Andechser Gefühl". Für “Das letzte Loch” (1982) erhielt er den Bundesfilmpreis Filmband in Silber. Später betätigte er sich zudem vermehrt als Schriftsteller (“Alexanderschlacht”) und Schauspieler. Achternbusch war häufig der Hauptdarsteller in seinen eigenen Filmen – meist weil es ihm an Budget mangelte. 

Seine Streifen nahmen oft die gleichermaßen unangepasst-subversive wie obrigkeitshörige und bigotte Art vieler Bayern aufs Korn, was bei CSU-Politikern wie Franz Josef Strauß oder Friedrich Zimmermann auf wenig Gegenliebe stieß und zur Verweigerung von Fördergeldern führte. Achternbuschs Film "Das Gespenst" löste Anfang der 1980er-Jahre Blasphemie-Vorwürfe aus, weil Jesus in dem Film in einem bayerischen Kloster vom Kreuz herunter stieg, um mit einer jungen Ordensschwester zu schlafen. Im Jahr 2002 hörte er schließlich auf zu filmen, mit “Das Klatschen der einen Hand” setzte er den Schlusspunkt.

Herbert Achternbusch war Vater von sechs Kindern und lebte zuletzt in der Münchner Innenstadt. Er verstarb im Januar 2022 im Alter von 83 Jahren. 

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Herbert Achternbusch erstellt und ist dem Filmemacher vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.

candle

Ruhe in Frieden und danke für so manche Verrücktheit!

17.01.2022

candle

Aufrichtiges Beileid. Das Aspetos-Team.

14.01.2022