Traueranzeige von
Jaki Liebezeit

26.05.1938 - † 22.01.2017
Traueranzeige von Jaki Liebezeit
Von Hpschaefer www.reserv-art.de - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17583412

Der deutsche Schlagzeuger und Mitbegründer der legendären Krautrock-Band Can beeinflusste schon zu Lebzeiten viele andere Musiker mit seinem reduzierten und dadurch hypnotisch wirkenden Stil an den Drums. Sex-Pistols-Sänger John Lydon schrieb beispielsweise in seiner Autobiografie: „Vielen Dank, Jaki Liebezeit! Dieser Sound, diese Verwegenheit – so was musste man sich erst mal trauen." Sein Can-Kollege Holger Czukay formulierte es so: „Jaki spielt wie eine Maschine. Bloß besser.“ Am 22. Januar starb Liebezeit etwas überraschend an den Folgen einer Lungenentzündung, nachdem er in den Tagen zuvor noch an den Studioaufnahmen für ein neues Album von Munk mitgewirkt hatte.

Am Anfang seiner Laufbahn arbeitete Liebezeit als Jazz-Musiker und spielte dabei u.a. mit dem Pianisten Tete Montoliu und dem Trompeter Chet Baker zusammen. 1968 wandte er sich vermehrt neuen Stilrichtungen zu und gründete mit Holger Czukay, Irmin Schmidt und Michael Karoli die Band Can. Die Formation bewegte sich musikalisch zwischen avantgardistischem Jazz und innovativen Psychedelic-Rock-Anklängen. Großer kommerzieller Erfolg war dem Quartett damit zwar nicht beschieden, aber man erntete immerhin sehr viel Kritikerlob und bestritt erfolgreiche Tourneen.  

Einem größeren Publikum bekannt wurde die Band auch durch Filmmusik. Der Ende 1971 veröffentlichte Song „Spoon“, die Erkennungsmelodie der dreiteiligen Durbridge-Krimiserie „Das Messer“, schaffte es über die Fernsehpräsenz immerhin auf Platz 6 der deutschen Single-Charts. Einige Jahre blieb die Band dann noch auf der Erfolgsspur, doch nach den Studio-Sessions zur LP „Can“ im Februar 1978 löste sich die Gruppe schließlich auf. 2012 erschien noch ein letztes Album „Can – The Lost Tapes“ mit verschollenen Aufnahmen von etwa 30 Stunden Spieldauer. Sie wurden aufgefunden, als das Can-Studio „Inner Space“ aufgelöst wurde.

Neben seiner Arbeit für Can spielte Jaki Liebezeit auch viel als Studiomusiker und arbeitete im Zuge dessen mit Größen wie Eurythmics, Depeche Mode, Gianna Nannini, Brian Eno oder auch Joachim Witt zusammen. Ab 2002 spielte Liebezeit auch mit dem Musiker Burnt Friedmann als Duo zusammen. Die beiden veröffentlichten drei Alben und traten weltweit live auf.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Jaki Liebezeit erstellt und ist dem Musiker vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.