Traueranzeige von
Jim Morrison

08.12.1943 - † 03.07.1971
Traueranzeige von Jim Morrison
Morrison-Denkmal, das 2003 in Berlin-Baumschulenweg eingeweiht wurde. Von SK49 Jürgen Schuschke - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11457307

Der US-amerikanische Sänger und Songwriter wurde als charismatischer Frontmann der Rockgruppe The Doors weltberühmt. Über seine Musik artikulierte Jim Morrison die Fantasien, Visionen, Ängste und die Selbstdestruktivität der Generation der späten 1960er-Jahre und lebte sie exemplarisch aus. Morrison war mit seinem aufrührerischen Lebensstil eine der zentralen Symbolfiguren der Hippie-Kultur. Sein früher Tod, dessen nähere Umstände nicht mit Sicherheit geklärt werden konnten, trug erheblich zur Legendenbildung um seine Person bei. Gemeinsam mit den Doors öffnete er die Rockmusik für mehrschichtige Konzeptstücke und Formen des Rocktheaters. Morrison nutzte die Doors-Konzerte auch regelmäßig für spontane Rezitationen eigener und fremder poetischer Texte.

Zusammen mit seinem Kommilitonen Ray Manzarek gründete Morrison 1965 die Band The Doors. Als Sänger war Morrison anfangs so in sich gekehrt, dass er bei ersten Auftritten der Doors dem Publikum den Rücken zuwandte. In dieser Phase experimentierte er auch viel mit Substanzen wie LSD, Amphetaminen und Mescalin. In den USA landesweit bekannt wurden die Doors, nachdem sie im August 1966 mit Elektra Records einen Plattenvertrag über sieben Alben abgeschlossen hatten und ihr Debüt-Album „The Doors“ mit den Singles „Break on through (to the other side)“ und „Light my fire“ erfolgreich die Charts eroberte. Es folgten diverse Fernsehauftritte, die den Bekanntheitsgrad zusätzlich erhöhten. Morrison traf damals schon sehr gut das Lebensgefühl einer Generation aufbegehrender junger Menschen, die sich u.a. gegen den Vietnamkrieg wandten und teils bewusstseinserweiternde Drogen zu sich nahmen. Mit 24 Jahren wurde der charismatische Sänger außerdem zu einem Sexsymbol, nachdem er eine Fotoserie mit Joel Brodsky aufgenommen hatte.

Das zweite Album „Strange Days“ von 1967 mehrte den Ruhm der Doors. Sie wurden mit ihrer Mischung aus Blues und psychedelischem Rock zu einer der beliebtesten Rockbands der Vereinigten Staaten. Die von Morrison betriebene Iszenierung als Rockidol verselbständigte sich jedoch zunehmend. Dem daraus resultierenden Druck begegnete er mit exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum. Wiederholt kam es Ende 1967 zu Tumulten bei Konzerten. Einmal wuerde Morrison sogar wegen Landfriedensbruchs und Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Er geriet daraufhin sogar ins Visier des FBI.

In dieser Zeit spielte Morrison auch mit dem Gedanken, die Doors zu verlassen, was er nicht nur gegenüber seiner Lebensgefährtin Pamela Courson kundtat. Diesen Schritt wagte er jedoch nicht, statt dessen spielten die Musiker im Frühjahr 1968 ihr drittes und kürzestes Studioalbum ein, „Waiting for the sun“, das wiederum Platz 1 der Billboard-Charts erreichte. Im Frühjahr 1969 wollten die Doors zu einer ersten großen Tournee durch die USA aufbrechen. Beim ersten Konzert in Miami kam es zu einem Eklat, als Morrison nach dem Konzert wegen „unzüchtigen und lasziven Verhaltens“ sowie mehrerer kleinerer Delikte („unzüchtige Entblößung“, „vulgäre Sprache in der Öffentlichkeit“, „öffentliche Trunkenheit“) per Haftbefehl gesucht wurde. Er wurde damals wegen drohender Landesflucht auf Ersuchen des FBI hin sogar per Streckbrief gesucht.

Die öffentliche Meinung kippte daraufhin endgültig. 16 US-Bundesstaaten verhängten einen Bann über die Doors, zahlreiche Konzerte wurden abgesagt, und in die Konzertverträge der Doors wurde eine Regress-Klausel aufgenommen für den Fall, dass die Band weiterhin öffentlich Ärgernis erregte. Eine schwierige Phase für die Band, die schlißelich im Oktober 1970 noch einmal zusammenkam, um ihr letztes gemeinsames Album „L.A. Woman“ aufzunehmen. Nach einem missglückten Live-Auftritt kurz vor Weihnachten, beschlossen die Doors einvernehmlich, weitere Konzerte auszusetzen.

Seiner Rolle bei den Doors überdrüssig und unter dem Eindruck der Negativentwicklungen stehend, folgte Morrison seiner Langzeitfreundin Pamela Courson 1971 nach Paris. Morrison führte dort ein zurückgezogenes Leben. Er wollte vor allem an Gedichten und Drehbüchern arbeiten und eine Gedicht-LP vorbereiten. Der Sänger klagte in Paris wiederholt über starke Atembeschwerden. Anfang Juli schnupfte Morrison Heroin als Hilfsmittel gegen seine ausgeprägten Atembeschwerden, das neben der narkotischen und schmerzbetäubenden Wirkung auch eine ausgeprägte Husten lindernde Wirkung hat. Am Morgen des 3. Juli 1971 starb Jim Morrison. Als Todesursache attestierte der offizielle gerichtsärztliche Bericht vom 3. Juli 1971 einen Herzstillstand, doch konnten die genauen Umstände von Morrisons Tod in Paris nicht mit letzter Sicherheit ermittelt werden.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 46. Todestages von Jim Morrison erstellt und ist dem Sänger vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.