Traueranzeige von
Karin Dor

22.02.1938 - † 06.11.2017
Traueranzeige von Karin Dor
Paul Katzenberger - eigenes Werk / Wikicommons

Die deutsche Schauspielerin war insbesondere in den 1960er-Jahren ein Star des deutschen Kinos und feierte auch internationale Erfolge. 1967 war sie neben Sean Connery im James-Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ zu sehen und hatte dort einen denkwürdigen Auftritt. Sie gibt dem Agenten erst eine Ohrfeige, dann bedroht sie ihn mit einem Skalpell, schließlich küsst sie ihn innig. Bis heute ist Karin Dor, die bürgerlich Kätherose Derr hieß, das einzige deutsche Bond-Girl geblieben.

Neben diesem herausragenden Filmauftritt spielte sie sowohl in Heimatschnulzen wie „Im weißen Rössl“ und „Almenrausch und Edelweiß“ mit oder in Edgar-Wallace-Krimis wie „Der Fälscher von London“ und „Der grüne Bogenschütze“ als auch in zahlreichen Karl-May-Verfilmungen – so zum Beispiel in „Der Schatz im Silbersee“ und in „Winnetou 2“, wo sie als Ribanna Pierre Brice anschmachtete. Auch Regie-Altmeister Alfred Hitchcock holte sie einmal vor die Kamera – 1969 für den Spionage-Thriller „Topas“.

In den 1970er-Jahren wurde es ruhiger um Karin Dor, sie lebte längere Zeit auch in den USA. Zurück in Deutschland orientierte sie sich neu und spielte viel Theater, in Klassikern wie „Tartuffe“ oder auch in Boulevard-Komödien wie „Der Neurosenkavalier“. Ein Kino-Comeback feierte sie 2006 in „Ich bin die Andere“ als alkoholkranke Mutter von Katja Riemann. Seit August 2008 spielte sie regelmäßig in der eigens für sie geschriebenen Komödie „Man liebt nur dreimal oder Die Katze“ im Bayerischen Hof in München. Nach einem Sturz im Jahr 2016 kehrte sie zwar kurzfristig auf die Bühne zurück, so richtig erholte sie sich aber nicht mehr von den Folgen ihrer schweren Verletzung. Karin Dor starb am 6. November 2017 in einem Münchner Pflegeheim.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Karin Dor erstellt und ist der Schauspielerin vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.