Traueranzeige von
Karl Valentin

04.06.1882 - † 09.02.1948
Traueranzeige von Karl Valentin
Von Eugen Rosenfeld (1870-1940) - Bassenge Kunst- und Buchauktionen, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15448533

Karl Valentin wird 1882 als Valentin Ludwig Fey als Sohn des Tapezierermeisters und Speditionsunternehmers Johann Valentin Fey und seiner Ehefrau Maria Johanna Schatte in München geboren. Im Jahr seiner Geburt sterben seine beiden Brüder Karl (8) und Max) 6 an der Diphterie, Valentin überlebt die Krankheit nur knapp und wächst wohlbehütet als Einzelkind auf.

1888 besuche Valentin die Schule, die er als "siebenjährige Zuchthausstrafe" erlebt. Danach, 1897 absolvierte er eine Schreinerlehre bei einem Tischlermeister. Das handwerkliche Geschick kommt ihm später während seiner Bühnenjahre zugute: Er baute seine Kulissen stets selbst. Neben seinen Lehrlings- und Gesellenjahren hatte er mehrere Auftritte als Komiker bei Vereinsveranstalgungen.

1902 tritt Valentin Ludwig Fey erstmals unter seinem Künstlernamen Karl Valentin auf. Die beginnende Künstlerkarriere wird durch den Tod des Vaters am 7.Oktober 1902 zunächst gestoppt. Karl Valentin übernimmt mit seiner Mutter die Spedition "Falk & Fey" des Vaters, außerdem tritt er bei Vereinen und Veranstaltungen als Musikkomiker auf. 1905 wird seine Tochter Gisela geboren. Ein Jahr später wird die Speditionsfirma und das Haus verkauft. Karl Valentin zog mit seiner Mutter zurück in deren Heimatstadt Zittau, hat aber dort Probleme, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Mit seinem Musikapparat das "Lebende Orchestrion" zog Karl unter dem Pseudonym "Charles Fey" durch verschiedene Städte, die Tournee war aber ein Misserfolg und er kehrte fast mittellos nach München zurück.

Erste Erfolge gab es ab 1908 auf der Volkssängerbühne des "Frankfurter Hofs" in München. Karl Valentin gelingt der Durchbruch als Komiker, er tritt regelmäßig mit großem Erfolg im Frankfurter Hof auf. Nun kann er auch seine Mutter wieder aus Zittau zu sich nach München zurückholen. Zwei Jahre danach, 1910 wird seine zweite Tochter Berta geboren. Die Mutter ist Valentins spätere Frau Gisela Royes.

Im Frankfurter Hof lernt Karl Valentin die junge Münchnerin Elisabeth Wellano kennen. Unter dem Künstlernamen "Liesl Karlstadt" wird sie als kongeniale Partnerin später mit ihm auftreten. 1913 standen Valentin und Karlstadt das erste Mal gemeinsam auf der Bühne. Die beiden ergänzten sich perfekt und begannen eine erfolgreiche Bühnenpartnerschaft, die 26 Jahre lang bestehen sollte.

Nachdem Karl mit großem Erfolg an allen bekannten Münchner Kabaretts auftrat, folgten schließlich Filmdrehs gemeinsam mit Bertolt Brecht und Erich Engel. Er gastierte auch in Zürich, Wien und Nürnberg. Im Jahr 1926 lehnt er ein Filmangebot aus Hollywood ab, die Reise nach Amerika ist ihm nicht geheuer. Zwei Jahre danach hatte er ein Gastspiel in Berlin im "Kabarett der Komiker", u.a. mit seinem bekanntesten Sketch, der "Orchesterprobe".

Als er 1931 ein eigenes Theater eröffnete kam es immer wieder zu Misserfolgen. Erfolg hatter der Komiker erst 1939 mit seiner neuen Partnerin und Geliebten Annemarie Fischer mit dem Projekt "Ritterspelunke", eine Mischung aus Panoptikum, Kneipe und Theater. Auseinandersetzungen mit den NS-Behören waren ein Grund für die Schließung der wirtschaftlich erfolgreichen "Ritterspelunke". Aus der Räumlichkeit sollte ein Luftschutzkeller werden. Von 1940 bis 1947 schieb er viele Dialogstücke und Gedichte, trat aber nicht in der Öffentlichkeit auf. Im Jahr 1943 entstand sein letztes Theaterstück "Familiensorgen". Aus finanzieller Not wurde er für die Münchner Feldpost journalistisch tätig. Nach dem Krieg versuchte sich Karl mit selbergebauten Haushaltsartikeln über Wasser zu halten.

Im Jahr 1946 folgen Rundfunk- und Plattenaufnahmen sowie im Jahr darauf ein erneuter gemeinsamer Auftritt mit Liesl Karlstadt.

Karl Valentin starb am 9.Februar 1948 in Planegg bei München an einer nicht auskurierten Bronchitis mit nachfolgender Lungenentzündung.

Dieses Trauerprofil ist anlässlich des 69. Todestages des Künstlers erstellt und ist vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.