Traueranzeige von
Loriot / Vicco von Bülow

12.11.1923 - † 22.08.2011
Traueranzeige von Loriot / Vicco von Bülow
Von Philipp von Ostau - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17816304

Der große deutsche Humorist war von den 1950er-Jahren bis an sein Lebensende im gesamten deutschsprachigen Raum überaus beliebt und für seine feinsinnige Komik geschätzt. Vicco von Bülow nannte sich mit Künstlernamen Loriot, was das französische Wort für den Vogel Pirol ist, der das Wappentier der von Bülows ist. Er war zunächst Karikaturist, später arbeitete er vermehrt als Schauspieler, Moderator und Regisseur für Film, Fernsehen und Theater. Er erhielt zahlreiche Preise für sein künstlerisches Schaffen wie z.B. den Adolf-Grimme-Preis, den Karl-Valentin-Orden, die Goldene Kamera und zweimal einen Bambi.

Vicco von Bülows beruflicher Werdegang begann kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Studium der Malerei und Grafik an der Landeskunstschule Hamburg. Nach dem Abschluss legte Bülow erste Arbeiten als Werbegrafiker vor und entwarf das für ihn typische Knollennasenmännchen. Schon zu Beginn der 1950er-Jahre war er als Cartoonist für das Magazin „Stern“ tätig. Seit dieser Zeit verwendete er auch den Künstlernamen Loriot. Neben dem „Stern“ zeichnete Bülow auch für Zeitschriften wie „Weltbild“ oder „Quick“.

Angeregt durch Werbespots folgten Ende der Fünfziger auch erste Auftritte in Film und Fernsehen. Kleinere Rollen als Schauspieler hatte Loriot in Bernhard Wickis Filmen „Die Brücke“ (1959) und „Das Wunder von Malachias“ (1961). Von 1967 bis 1972 moderierte Loriot die Fernsehsendung „Cartoon“ für den Süddeutschen Rundfunk. Darin wurden vorwiegend internationale Zeichentrickfilme gezeigt. Loriots anfänglich reine Moderation von einem roten Sofa aus wurde zunehmend zu einem eigenständigen humoristischen Element der Sendung. Später baute er auch Sketche, in denen er selbst die Hauptrolle übernahm, in die Folgen ein.

1971 schuf Loriot mit dem Zeichentrick-Hund Wum ein Maskottchen für die „Aktion Sorgenkind“ und lieh dem Hund auch seine Stimme. Zu Weihnachten 1972 wurde Wum dann zum Popstar: Mit dem Titel „Ich wünsch' mir 'ne kleine Miezekatze“ belegte er für neun Wochen die Spitze der deutschen Hitparade. Wum blieb auch in der Sendung „Der große Preis“ bis in die 1990er Jahre hinein ein beliebter Pausenfüller, bald schon als Duo zusammen mit dem Elefanten Wendelin und später mit dem Außerirdischen „Blauen Klaus“.

1976 entstand die erste Folge der sechsteiligen Fernsehserie „Loriot“ bei Radio Bremen, in der er sowohl Zeichentrickfilme als auch gespielte Sketche (letztere oft zusammen mit Evelyn Hamann) präsentierte. Diese Sketche und Trickfilme wurden in Deutschland sehr populär und werden auch heute noch ab und zu im Fernsehen wiederholt. In dieser Zeit erlangte Loriot große Popularität. In den 1980ern versuchte er sich dann auch erfolgreich als Filmemacher. 1988 drehte Loriot als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller den Film „Ödipussi“, 1991 folgte dann „Pappa ante portas“. In beiden Streifen spielte Evelyn Hamann jeweils die weibliche Hauptrolle.

Im April 2006 gab Loriot bekannt, sich als Fernsehschaffender zurückzuziehen, da seiner Meinung nach in diesem Medium wegen der entstandenen Schnelllebigkeit keine humoristische Qualität mehr zu erzielen sei. Vicco von Bülow starb am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See. Er wurde am 30. August 2011 im engsten Familienkreis auf dem Berliner Waldfriedhof Heerstraße beigesetzt.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 7. Todestages von Loriot erstellt und ist dem Humoristen vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.