Traueranzeige von
Max Schmeling

28.09.1905 - † 02.02.2005
Traueranzeige von Max Schmeling
Foto: Von Arthur Mueller - cropped from Image:Ebby Thust with Max Schmeling.jpg by Arthur Müller, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3615943

Der deutsche Schwergewichtsboxer gilt bis heute als einer der populärsten Sportler Deutschlands. Er war zwischen 1930 und 1932 Box-Weltmeister im Schwergewicht. In insgesamt 70 Kämpfen errang Max Schmeling 56 Siege. Insbesonder sein K.O.-Sieg gegen den US-Amerikaner Joe Louis 1936 ging in die Geschichtsbücher ein, obwohl es sich damals nicht um einen WM-Kampf handelte.  

Schmeling kämpfte am 19. Juni 1936 in New York gegen den damals als unschlagbar geltenden „Braunen Bomber“ Joe Louis, der in 27 Kämpfen zuvor 27 Mal siegreich aus dem Ring gestiegen war. Schmeling analysierte Filme seines Gegners und fand einen Schwachpunkt: Louis ließ nach dem Schlag seine Linke fallen, was Platz für einen Konter bot. In dem im Radio auch nach Deutschland direkt übertragenen Kampf überraschte Schmeling die Boxwelt, indem er Louis schon früh hart treffen konnte und ihn dann durch K.O. in der 12. Runde besiegte. Dieses Ergebnis war auch ohne WM-Titel aus deutscher Sicht die bis dahin die größte Überraschung im Boxsport und wurde von der NS-Propaganda politisch missbraucht als „Beweis für die Überlegenheit der arischen Rasse“. In den Kinos wurde auf Weisung Hitlers der Kampf unter dem Titel „Max Schmelings Sieg – ein deutscher Sieg“ vorgeführt.

Acht Jahre zuvor hatte die internationale Karriere des deutschen Schwergewichtlers erst begonnen. 1928 ging er nach New York, „um die Welt zu erobern“. Über seinen dortigen Manager Joe Jacobs konnte er zu ersten Boxkämpfen antreten. Am 12. Juni 1930 kämpfte Max Schmeling gegen Jack Sharkey um den vakanten Weltmeistertitel im Schwergewicht. Nach einem regelwidrigen Tiefschlag seines Gegners in der vierten Runde konnte Schmeling nicht weiterkämpfen, wurde jedoch wegen der anschließenden Disqualifikation Sharkeys zum Weltmeister erklärt. Bis heute ist Schmeling der einzige Weltmeister, der seinen Titel durch eine Disqualifikation seines Gegners erhielt.

Am 3. Juli 1931 verteidigte er seinen Titel durch technischen K.O. in der 15. Runde gegen den Amerikaner Young Stribling. Am 21. Juni 1932 kam es in New York zum Rückkampf gegen Sharkey. Dem Amerikaner wurde nach 15 Runden der Sieg nach Punkten und damit der WM-Titel zugesprochen. Nach zwei Jahren verlor Schmeling also seinen Weltmeistertitel und konnte auch nie mehr einen holen. Seine Popularität in der Heimat war aber enorm. Bei einem Boxkampf gegen Walter Neusel 1934 in Hamburg sahen 100.000 Menschen zu, was bis heute die größte Zuschauerzahl bei einer Boxveranstaltung in Europa ist.

1935 trat Schmeling ebenfalls in Hamburg gegen den Amerikaner Steve Hamas an und besiegte ihn. Dieser Erfolg ermöglichte Schmeling, wieder in Amerika als Boxer Fuß zu fassen und letztlich auch gegen Joe Louis anzutreten. Durch den Sieg über Joe Louis 1936 war Max Schmeling zum Herausforderer des amtierenden Weltmeisters Jom Braddock avanciert. Der Titelkampf war für Juli 1937 angesetzt. Zum Wiegen erschien Jimmy Braddock dann allerdings nicht, weshalb ihn die New Yorker Boxkommission mit einer Strafe von 1000 Dollar belegte.

Im Juni 1938 bekam Schmeling – erneut in New York – die zweite Chance, Weltmeister zu werden, da Joe Louis einen Rückkampf gegen den einzigen Mann anstrebte, der ihn geschlagen hatte. Schmeling wurde dabei sowohl von deutscher als auch von internationaler Seite als Vertreter des inzwischen zunehmend etablierten NS-Regimes gesehen. Er selbst hatte zumindest nach eigener Aussage stets Distanz zur NS-Ideologie gewahrt.

Beim Revanchekampf beging Louis nicht mehr den Fehler der tiefliegenden, linken Hand, schlug lange Geraden zu Schmelings Kopf, und trieb ihn gleich zu Beginn der Runde zurück. Nach rund einer Minute landete Louis einen Treffer auf Schmelings linke Niere, kurz darauf weitere entscheidende Kopftreffer. Schmeling ging mehrmals zu Boden, stand jedoch immer wieder auf, bevor der Kampf schließlich durch die Intervention von Schmelings Trainer abgebrochen wurde. Louis gewann souverän in der ersten Runde. Dies war Schmelings letzter Boxkampf in den USA.

Am 2. Juli 1939 gewann er noch gegen Adolf Heuser die Europameisterschaft im Schwergewicht. Dieser Boxkampf war dann sein vorerst letzter, bevor er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte Schmeling noch einmal ein Box-Comeback. Am 31. Oktober 1948 bestritt Max Schmeling in Berlin gegen den Hamburger Richard Vogt seinen allerletzten Kampf, den er nach Punkten verlor.

Am 2. Februar 2005 starb Max Schmeling im Alter von 99 Jahren an einer schweren Erkältung in seinem Wohnort Hollenstedt. Die offizielle Trauerfeier fand am 1. März 2005 im Hamburger Michel statt. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof Hollenstedt neben seiner Gattin Anny Ondra.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 13. Todestages von Max Schmeling erstellt und ist dem Boxer vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.