Traueranzeige von
Michael Collins

31.10.1930 - † 28.04.2021
Traueranzeige von Michael Collins
Von NASA; restored by Coffeeandcrumbs - Description page (direct link), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91226724

Der US-amerikanische Astronaut war Pilot der Kommandokapsel bei der Raumfahrtmission Apollo 11 und umkreiste darin den Mond, während seine Kollegen Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen die Mondoberfläche betraten. Michael Collins war also der dritte Astronaut bei dieser bahnbrechenden Mission, wurde aber nicht so berühmt, weil er eben nicht persönlich auf dem Mond war. Seine Füße hinterließen also keine Abdrücke im Mondstaub, doch war er für den Erfolg von Apollo 11 unverzichtbar. Collins blieb außerdem als Schöpfer des Logos der Mission – ein Adler, der einen Olivenzweig im Schnabel tragend über der Mondoberfläche schwebt – unvergessen. 

Michael Collins war ein gelernter Kampfflieger und hatte wie seine beiden Apollo-11-Kollegen bereits einen Einsatz im Gemini-Raumfahrtprogramm hinter sich. Dabei war er der Pilot der Mission Gemini 10 im Juli 1966. Dieser Flug war der erste, bei dem sowohl eine Kopplung als auch ein Weltraumausstieg durchgeführt wurden. Collins war damals der erste Astronaut, der während eines Raumfluges zweimal das Raumschiff verließ, und der erste, der sich im Weltraum von einem Flugkörper zu einem anderen bewegte.

Als 1967 das Apollo-Raumfahrtprogramm startete, zählte Collins von Anfang an zum engeren Astronautenkreis. Doch ein verschobener Flug und gesundheitliche Probleme führten dazu, dass er erst bei Apollo 11 im Juli 1969 zum Zuge kam. Nach dem Apollo-11-Flug bekam Collins noch das Angebot, Ersatzkommandant von Apollo 14 zu werden und zudem in Aussicht gestellt, als Kommandant von Apollo 17 selbst den Mond zu betreten. Collins lehnte jedoch ab. Für ihn persönlich war die Mission sozusagen erfüllt. 

Nach seinem Apollo-11-Flug erlebte er Paraden mit Millionen begeisterten Zuschauern in New York und Chicago und absolvierte eine Tournee durch 22 Länder. Anschließend übernahm er auf ausdrücklichen Wunsch von US-Präsident Richard Nixon für eineinhalb Jahre das Amt eines US-Vizeaußenministers. Doch Collins fühlte sich im Politikgeschäft nicht sonderlich wohl. So wurde er recht bald Gründungsdirektor des neuen National Air and Space Museums in Washington. Eines der wichtigsten Ausstellungsstücke dort kannte er gut: sein Kommandomodul »Columbia«. 

Am 28. April 2021 starb Michael Collins im Alter von 90 Jahren in einem Hospiz in Florida an den Folgen einer Krebserkrankung.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Michael Collins erstellt und ist dem Astronauten vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.