Traueranzeige von
Muhammad Ali

17.01.1942 - † 03.06.2016
Traueranzeige von Muhammad Ali
Foto: Ira Rosenberg / World Journal Tribune
Der legendäre US-amerikanische Boxer zählte zu den bedeutendsten Athleten des 20. Jahrhunderts und wurde 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zum „Sportler des Jahrhunderts“ gewählt. Der Kampf „Rumble in the Jungle“ gegen George Foreman und die Kämpfe „Fight of the Century“ und „Thrilla in Manila“ gegen Joe Frazier sind immer noch unvergessene Klassiker unter den Schwergewichtsduellen. Ursprünglich als Cassius Marcellus Clay geboren, bekannte sich der dreifache Weltmeister in den 1960er-Jahren zum Islam und nannte sich fortan Muhammad Ali. Er sorgte aber nicht nur damit für Aufsehen, sondern auch mit seiner öffentlichen Ablehnung des Vietnamkrieges und seiner Unterstützung des afroamerikanischen Emanzipationsbewegung.

Seine ersten Box-Erfolge feierte Ali schon Ende der 1950er-Jahre. Bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom gewann er die Goldmedaille im Halbschwergewicht und wurde anschließend Profiboxer. Die ersten legendären WM-Kämpfe waren Mitte der Sechziger gegen Sonny Liston, den Ali zweimal besiegen konnte. Anschließend verteidigte er seinen Titel in acht weiteren Kämpfen souverän. Im April 1967 wurde Ali der Titel aberkannt, nachdem er sich geweigert hatte, den Wehrdienst anzutreten. Als ausschlaggebend für seine Entscheidung nannte er zum einen seinen Glauben, beklagte aber auch die fehlende Gleichberechtigung der Afroamerikaner in seiner Heimat. Bezogen auf den Vietnamkrieg sagte er damals: „Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause entfernt helfen, eine andere arme Nation zu ermorden und niederzubrennen, nur um die Vorherrschaft weißer Sklavenherren über die dunkleren Völker der Welt sichern zu helfen.“ Ali wurde wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000 US-Dollar Strafe verurteilt, blieb aber gegen Kaution auf freiem Fuß. Später wurde das Urteil aufgehoben, aber er erhielt keine Boxlizenz. Sein Reisepass wurde eingezogen und er musste drei Jahre inaktiv bleiben. In dieser Zeit trat er viel im Fernsehen auf und äußerte sich dort zu gesellschaftspolitischen Fragen.

Erst 1970 durfte Ali wieder in den Ring steigen. Nach Siegen gegen Jerry Quarry und Oscar Bonavena stellte er sich Joe Frazier, dem damals unbesiegten Weltmeister, im „Fight of the Century“. Frazier gewann damals nach Punkten. Ali war daraufhin gezwungen, wieder von vorne anzufangen und sich das Recht auf einen neuen WM-Kampf zu verdienen, indem er alle anderen potentiellen Gegner des Weltmeisters schlug. Doch es gab einen weiteren Rückschlag. Nach zehn Siegen in Folge musste er im März 1973 im Kampf gegen Ken Norton eine zweite Niederlage nach Punkten hinnehmen. Noch im September 1973 kam es zur Revanche zwischen Ali und Norton. In einer hauchdünnen und umstrittenen Entscheidung stimmten zwei der drei Punktrichter zugunsten von Ali. Im Januar 1974 gewann Ali dann auch den wichtigen Rückkampf gegen den inzwischen entthronten Joe Frazier.

Im selben Jahr kam es noch zum Kampf gegen George Foreman in Kinshasa in Zaire, in die Geschichte eingegangen als „Rumble in the Jungle“. Es war ein überaus intensiver Kampf mit ständigen Taktikwechseln. Ende der 8. Runde schlug Ali dann mit zwei schnellen Links-rechts-Kombinationen und insgesamt neun aufeinander folgenden Kopftreffern Foreman nieder und wurde so wieder Weltmeister. Am 1. Oktober 1975 fand schließlich der insgesamt dritte Kampf Alis gegen Joe Frazier auf den Philippinen statt, der als „Thrilla in Manila“ vermarktet wurde und bis heute als einer der besten Schwergewichtskämpfe überhaupt gilt. Die mit großer Intensität geführte Auseinandersetzung nahm einen dramatischen Verlauf, da Ali nach anfänglich klarer Überlegenheit Frazier zunehmend das Feld überlassen musste, ehe es ihm doch noch gelang, in den letzten Runden erneut die Oberhand zu gewinnen. Fraziers Trainer ließ den Kampf nach Runde 14 abbrechen, da die Augen seines Schützlings zu diesem Zeitpunkt fast völlig zugeschwollen waren. Das war zugleich aber auch der letzte wirklich denkwürdige Boxkampf von Muhammad Ali. Er konnte seinen Titel zwar noch mehrfach verteidigen, dabei aber nicht mehr an die Glanzleistungen früherer Tage anknüpfen. 1978 erklärte er schon seinen Rücktritt, versuchte dann aber 1980 noch, zum vierten Mal Weltmeister zu werden – vergebens. Ende 1981 fand Alis allerletzter Kampf statt gegen Trevor Berbick. Ali war zu diesem Zeitpunkt bereits von gesundheitlichen Problemen beeinträchtigt und verlor klar nach Punkten.

Im Jahr 1984 wurde bei Ali das Parkinson-Syndrom diagnostiziert. Zunächst waren seine geistigen Fähigkeiten kaum beeinträchtigt, er nahm also weiterhin weltweit am öffentlichen Leben teil und setzte sich für wohltätige Zwecke ein. Außerdem engagierte er sich für die Verständigung zwischen der westlichen und der islamischen Welt. Im Laufe der Jahre traten seine Beeinträchtigungen durch die Parkinson-Krankheit aber immer deutlicher zutage. Schließlich starb Muhammad Ali am 3. Juni 2016 im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in Scottsdale, Arizona. Er war dort wegen Atemproblemen behandelt worden.  

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Muhammad Ali erstellt und ist dem wohl größten Boxsportler aller Zeiten vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.