Traueranzeige von
Roger Fritz

22.09.1936 - † 26.11.2021
Traueranzeige von Roger Fritz
roger-fritz.com

Der deutsche Schauspieler, Filmemacher und Fotograf war ein abenteuerlustiger Lebenskünstler, wie er im Buche steht. Roger Fritz arbeitete in seiner langen, von einigen Zufällen geprägten Laufbahn als Fotoreporter, als Schauspieler, als Regisseur, als Gastronom und dann wieder als Fotograf, gefeiert vor allem in High-Society-Kreisen. 2007 wurde er mit dem Lead-Award für eine St. Pauli-Reportage ausgezeichnet, 2011 erhielt er den German Independence Award beim Oldenburg Filmfestival. 

Roger Fritz lernte in den 1950er-Jahren zunächst beim berühmten Fotografen Herbert List den professionellen Umgang mit der Kamera. In de Folge unternahm er zahlreiche Reportage-Reisen für die Zeitschriften wie “Stern”, “Quick” oder “Bunte”. Außerdem zählte er zu den Gründern der Zeitschrift “Twen”. Nachdem er eine Reportage über den Film “Die Halbstarken” gemacht hatte, entschloss er sich, die UFA-Nachwuchsschule für Schauspiel und Regie zu absolvieren. Fortan fotografierte Roger Fritz nicht nur, sondern spielte auch in Filmen wie “... und noch frech dazu!” von Rolf von Sydow oder “Boccaccio 70” von Luchino Visconti mit. Bei letzterem Film und bei “Il Gattopardo” assistierte er dem berühmten italienischen Regisseur und lernte seine Co-Darstellerin Romy Scheider kennen, über die er viele Jahre später auch ein Buch mit Fotoportraits veröffentlichte. 

Die Regieassistenz weckte bei Roger Fritz den Wunsch, selber Filme zu machen. Sein erster Spielfilm “Mädchen, Mädchen” aus dem Jahr 1967 wurde gleich zum Erfolg, Hauptdarstellerin Helga Anders gewann für ihre Rolle den Bundesfilmpreis. Im selben Jahr heirateten Roger Fritz und Helga Anders. Aus dieser Ehe, die 1974 wieder geschieden wurde, stammt die gemeinsame Tochter Tatjana Leslie. Roger Fritz inszenierte in den Folgejahren noch mehrere Filme und Fernsehserien, z.B. “Häschen in der Grube” oder “Mädchen mit Gewalt”. Er arbeitete auch mit Rainer Werner Fassbinder an verschiedenen Filmen wie z.B. “Berlin Alexanderplatz” und “Lili Marleen”. Parallel stand er weiterhin für diverse Produktionen vor der Kamera. Sein letzter Filmauftritt war 2004 im Streifen “Daniel – der Zauberer” über den Castingshow-Star Daniel Küblböck. 

All diese Tätigkeiten waren für den Lebemann aber noch nicht genug. In den 1980er- und 1990er-Jahren betrieb er in München die Szenerestaurants Pappasito’s, Mamasita und Visconti. Parallel dazu arbeitete er auch wieder mehr in der klassischen Printmedienwelt als Fotograf, was ihm dank seiner über die Jahre gewachsenen, guten Kontakte zu zahlreichen Prominenten sehr leicht fiel. Nach einem Schlaganfall verstarb Roger Fritz am 26. November 2021 im Alter von 85 Jahren in einer Münchner Klinik.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Roger Fritz erstellt und ist dem Schauspieler und Fotografen vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.