Traueranzeige von
Rudolph Moshammer

27.09.1940 - † 14.01.2005
Traueranzeige von Rudolph Moshammer
By B. Erdödy [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Der exzentrische Modedesigner und Inhaber einer Boutique auf der Münchner Nobelmeile Maximilianstraße liebte zu Lebzeiten die große Bühne und betrat das Rampenlicht gerne extravagant frisiert gemeinsam mit seiner Mutter Else (bis zu deren Tod 1993) oder mit seinem Yorkshire Terrier Daisy. Moshammers Ermordung und seine anschließende Beerdigung in München lösten 2005 ein großes Medienecho aus.

Rudolph Moshammer hatte sich bereits in den 1970er Jahren nach der Eröffnung seiner Boutique „Carneval de Venise“ über die Jahre zu einer wichtigen Figur der Münchner High Society entwickelt. Zu seinen Kunden zählten laut Medienberichten Berühmtheiten wie Arnold Schwarzenegger, José Carreras, Thomas Gottschalk und Siegfried & Roy. Neben Prêt-à-porter-Mode umfasste das Sortiment insbesondere extravagante Krawatten, die Moshammer bei gesellschaftlichen Anlässen auch gerne am eigenen Körper zur Schau stellte. Bei allem Faible für die Schickeria bewies er aber auch immer ein großes Herz für Obdachlose. So gründete er im Sommer 2000 die Stiftung „Licht für Obdachlose“, unterstützte die soziale Münchner Straßenzeitung BISS und organisierte jahrelang Weihnachtsessen für Obdachlose.

Seine Ermordung löste bei vielen Menschen große Betroffenheit aus. Moshammer wurde in der Nacht zum 14. Januar 2005 in seinem Doppelhaus im Münchner Vorort Grünwald mit einem Kabel erdrosselt. Sein Chauffeur fand die Leiche am frühen Morgen und rief umgehend die Polizei. Der Täter aus dem Homosexuellen-Milieu wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Nach einer Trauerfeier in der Allerheiligen-Hofkirche nahe seiner Boutique und einem Trauerzug durch die Stadt wurde Moshammer am 22. Januar 2005 auf dem Münchner Ostfriedhof im Familien-Mausoleum neben seiner Mutter beigesetzt.