Traueranzeige von
Thomas Bernhard

09.02.1931 - † 12.02.1989
Traueranzeige von Thomas Bernhard
Von Thomas.Bernhard.jpg: Thomas Bernhard Nachlaßverwaltungderivative work: Hic et nunc - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet Thomas.Bernhard.jpg:, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20661764

Thomas Bernhard war ein österreichischer Schriftsteller. Bernhard wurde am 9. Februar 1931 im Heim für ledige Mütter des Klosters Heerlen bei Maastricht geboren. Seinen Vater, den Tischler Alois Zuckerstätter (1905 - 1940) aus Henndorf im Weinsberger Wald, der sich weder um ihn kümmerte noch Alimente für ihn bezahlte, lernte Thomas Bernhard nie kennen.

1941 wurde Thomas in ein Heim für schwer erziehbare Kinder in Saalfeld. 1944 brachte ihn sein Großvater im Johanneum, welches von Nationalsozialisten besetzt war, in Salzburg unter. Nach dem Weltkrieg wohnte Thomas Bernhard weiterhin im Johanneum, das dann von Katholiken geführt wurde. Er wechselte zwar von der Hauptschule auf das Humanistische Staatsgymnasium, aber im Alter von sechzehn Jahren brach Thomas Bernhard die Schule ab, verließ die "Geistesvernichtungsanstalt" und begann eine Lehre bei dem Lebensmittelhändler Karl Podlaha (1947). Parallel dazu bezahlte ihm sein Großvater ab 1948 Stunden bei der Gesangslehrerin Maria Keldorfer, und deren Ehemann Professor Theodor W. Werner unterwies Thomas Bernhard in Musiktheorie und –ästhetik.

1948 erkrankte Bernhard an einer schweren Lungen- und Rippenfellentzündung. Nach seiner Genesung schlug er sich als Journalist und Kritiker durch, von 1955 bis 1957 studierte er am Mozarteum in Salzburg Gesang, Dramaturgie und Schauspielkunst. 1957 erschien sein erster Gedichtbank "Auf der Erde und in der Hölle".

Für seinen Debütroman "Frost" wurde Thomas Bernhard 1965 mit dem Literaturpreis der Feien und Hansestadt Bremen ausgezeichnet.

Zu Lebzeiten hatte Thomas Bernhard mit Skandalen für Schlagzeilen gesorgt. Er starb am 12. Februar 1989 in seiner Gmundner Wohnung an Herzversagen. Nach seinem Tod schockierte er die Öffentlichkeit - die erst nach der Beerdigung erfuhr, dass er gestorben war - mit einer testamentarischen Verfügung, derzufolge seine Werke in Österreich weder nachgedruckt noch aufgeühfrt oder auch nur rezitiert werden durften. Dieses Verbot wurde allerdings im Juli 1998 aufgehoben. Weiterhin gilt Thomas Bernhards Verfügung, dass nach seinem Tod nichts publiziert werden dürfe, was er nicht bereits zu Lebzeiten veröffentlicht hatte.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 29. Todestages von Thomas Bernhard erstellt und ist dem Schriftsteller vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.