Angestrebtes Gesetz zur aktiven Vermittlung von Sterbehilfe in Deutschland

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pixelio.de - Maren Beßler
pixelio.de – Maren Beßler
Gewinne sind strafbar
Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Es gibt zwar immer wieder Ambitionen, wie vom streitbaren  Justizsenator Roger Kusch, der sich 2008 für die Einführung der aktiven Sterbehilfe aussprach und sogar selbst Hand anlegte. Doch nun einigten sich Union und FDP bei den Koalitionsverhandlungen darauf, dass auch die kommerzielle Vermittlung von Gelegenheiten zur Selbsttötung künftig bestraft werden soll und verschärfen damit geltendes Recht. Das Strafmaß steht noch nicht fest. Die Union plädiert für ein Strafmaß von drei Jahren.  Sterbehilfe-Organisationen sollen allerdings auch künftig erlaubt sein. Strafbar ist die Gewinnabsicht. Damit kann auch der Schweizer Sterbehilfeverein Exit weiter in Deutschland operieren.
Ein Gesetzt, dass für Diskussionen sorgen wird. Wann ist die Gewinnabsicht gegeben, bzw. nachweisbar? Ist damit Sterbehilfe ohne Gewinnabsicht erlaubt? Der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Hospiz-Stiftung, Eugen Brysch, begrüßte jedenfalls den Vorstoß von Union und FDP, forderte aber zugleich weitergehende Schritte. «Wir müssen auch die organisierte Sterbehilfe unter Strafe zu stellen», sagte er der dpa mit Blick auf Sterbehilfe-Vereine. Allen Machenschaften mit der Not von lebensmüden Menschen müsse ein Riegel vorgeschoben werden.

Auch in Österreich wird unter Ärzten und Patientenvertretern heftig über Sterbehilfe diskutiert. Die Österreichische Palliativgesellschaft steht voll hinter dem Verbot aktiver Sterbehilfe und fordert aktive Lebensbegleitung bis zum Schluss. Dabei wird für die „passive” Sterbehilfe, also die Nicht- Einleitung oder Reduktion von Therapien bei unheilbar kranken Patienten, deren Todeszeitpunkt absehbar ist, eingetreten. „Angesichts der Tatsache, dass eine weitere Behandlung das Leben und damit unter Umständen auch das Leiden unnötigerweise verlängert, kann eine Reduktion oder eine Unterbrechung der Therapie sogar moralisch geboten sein.“, ist in einer Presseaussendung der OPG von 2008 zu lesen.  Weiters muss es das Ziel sein die Leiden von Sterbenden zu vermindern.

Der OPG weiter: “Die „indirekte” Sterbehilfe, also der Tod eines Patienten als Nebeneffekt einer Schmerztherapie, ist nach neuestem Stand der Wissenschaft nicht existent, sondern wird als Kunstfehler gesehen. Heute ermöglichen vielfältige Behandlungsformen eine exakte Dosierung von Morphium-haltigen und anderen Medikamenten und damit eine zufriedenstellende und kontrollierte Linderung von quälenden Schmerzen.”