ASPETOS Weihnachtsbrief

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Liebe ASPETOS-Mitglieder und Freunde!

Schon wieder steht Weihnachten vor der Tür. Geht man durch die Straßen, Kaufhäuser und Christkindl-Märkte, dann herrscht die typisch hektische Stimmung unter der Beschallung von weihnachtlicher Musik, die uns zwingen will, fröhlich zu sein, fröhliche Weihnachten vorzubereiten und fröhliche Weihnachten zu wünschen. Fröhliche Menschentrauben bilden sich vor Ständen, die Glühwein- und Gebackenes feilbieten. Jedes Jahr scheint es einen Markt mehr zu geben, weil der Andrang so groß ist. Alle Welt scheint sich auf den Weihnachtsmärkten zu versammeln. Alle Welt?

 

Leicht vergisst man, dass es eine sehr große Zahl von Menschen gibt, die diese Atmosphäre geradezu vermeidet. Für trauernde Menschen hat es die dunkle Jahreszeit in sich: Viele werden schon im Oktober unruhig, denn Allerseelen rückt näher. Die Tage des allgemeinen Totengedenkens sind zwar ein wichtiges Ritual im Jahreskreis, aber auch besonders belastend und anstrengend. Erholung vom schmerzhaften Erinnern wäre da gut. Das ist leider kaum möglich, denn der Handel läutet unmittelbar nach Allerseelen die Weihnachtszeit ein. Diese ist aber gerade für diejenigen besonders schmerzhaft, die einen lieben Menschen verloren hat,  denn beim „Fest der Familie“, wird die Lücke, die ein Mensch hinterlassen hat, besonders bewusst. Nicht nur die Jahreszeit ist dunkel, auch das Gefühlsleben. Die kurzen Tage, das mangelnde Sonnenlicht verstärken gedrückte Stimmung, Trauer und Depressionen zusätzlich. Da nützt auch die ganze glitzernde Weihnachtsbeleuchtung nichts. Im Gegenteil, sie erinnert nur wieder: Du fehlst! Und in manchen Familien fehlen gleich mehrere Menschen.

Aspetos.at ist ein soziales Netzwerk, das genau für diese Menschen da ist. Wir haben Verständnis dafür, wenn Sie sich in diesen Tagen zurückziehen, weil Sie den fröhlich-hektischen Trubel nicht aushalten oder wenn Sie heuer Weihnachten gar ganz ausfallen lassen wollen.

Über die Traueranzeigen können Sie nicht nur eine moderne Gedenkseite für Ihre Verstorbenen gestalten, auf der Kerzen angezündet und Kondolenzeinträge verfasst werden können. Bekannt ist unsere Plattform vor allem auch durch das TrauerForum geworden: Es ist das größte und meistbesuchte im deutschsprachigen Raum. Hier treffen sich Menschen, um Schmerz zu teilen, weil er dann leichter zu ertragen ist. Auch Freude wird geteilt, denn auch im tiefsten und stürmischsten Trauermeer gibt es gute Momente. Diese mitzuteilen tut gut und macht anderen Mut!

Wenn Sie sich einsam fühlen und der Schmerz Sie zu überwältigen droht, dann schreiben Sie sich Ihren Schmerz in unserem TrauerForum von der Seele. Dadurch vergeht die Trauer nicht, aber sie wird leichter. Jeder ist hier willkommen! Vom stillen Mitleser bis hin zum aktiven Mitschreiber. Trauer braucht Ausdruck, sie muss raus: Weinen hilft, aber auch drüber reden oder eben auch drüber schreiben. In vielen Trauerfamilien ist das Zeigen von Trauer tabu: Man spricht nicht mehr „darüber“, um sich gegenseitig nicht zu verletzen. Man weicht Konflikten aus und schlussendlich bleiben die einzelnen Familienmitglieder mit ihrem Schmerz alleine. Die Familie, die eigentlich Auffangnetz sein sollte, entwickelt sich zu einem kränkenden Gefüge: Aus einem Miteinander entsteht Einsamkeit oder sogar ein Gegeneinander. Das ist nicht gut, aber gerade auch für solche Menschen sind wir da:  Wir schaffen Vernetzung unter Trauerenden, um Einsamkeit aufzubrechen. Trauernde unterstützen und beraten sich bei uns gegenseitig und es gelingt immer wieder durch gegenseitigen Austausch und Tipps familiäres Schweigen zu brechen und Konflikte zu lösen. Und wenn dies nicht gelingt, dann sind Betroffene durch die Teilhabe an unserer Trauer-Gemeinschaft doch nicht alleine.

Im ASPETOS-Trauerratgeber finden Sie außerdem wertvolle Informationen zu den wichtigsten Fragen und Problemen im Trauerprozess und im Newsmagazin beleuchten wir die dunklen Seiten des Lebens und berichten über Neuigkeiten zum Thema „Tod und Trauer“ aus aller Welt. Schmökern Sie ein bisschen, denn das bringt Information über den Trauerprozess und wie Sie Bewältigung aktiv unterstützen können. Je mehr Sie wissen, desto weniger Angst haben Sie, weil Sie Orientierung bekommen, wo Sie sich auf dem Weg durch die Trauer gerade befinden und wie Sie Sackgassen und Umwege vermeiden können.

In diesem Sinne bedanken wir uns für Ihre Freundschaft und Unterstützung und wünschen wir Ihnen, dass Sie Weihnachten gut hinter sich bringen und erträglich gestalten können. Tipps dafür können Sie in den nächsten Tagen noch im Newsmagazin nachlesen. Für die kommenden Tage wünschen wir Ihnen aber besonders noch eines:

Zuversicht

 

Mögest du in dunklen Nächten stets einen Funken Hoffnung haben,

 

dass über deinen Sorgen und Ängsten ein Licht aufgeht.

 

Dieses Licht bedeutet nicht, dass es keine Nacht mehr gibt,

 

sondern dass du trotz aller Finsternis dem Licht des Lebens nahe bist.

 

Jedes noch so kleine Licht möge dir so viel Kraft und Wärme schenken,

 

dass du die dunklen Stunden überstehst.

 

In der Mitte der Nacht sei voller Zuversicht:

 

Ein neuer Tag beginnt.

 

                           (Aus: Udo Hahn: Ein Sonnenstrahl von Tag zu Tag. 366 inspirierende Gedanken,  Herder-Verlag 2005.)

 

Ihr Aspetos-Team