Buchtipp: „Leben bis zuletzt“

Prof. Dr. Sven Gottschling ist Leitender Arzt im Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlands und macht seit 15 Jahren immer wieder Schlagzeilen, weil er im Rahmen seiner Therapien auch gering dosierte, THC-haltige Hanfmedikamente für schwerkranke Kinder einsetzt. Dabei steht für den 44-jährigen Mediziner einfach nur im Vordergrund, bei seinen Patienten für mehr Lebensqualität in der Zeit zu sorgen, die ihnen noch bleibt, indem er Schmerzen lindert und Symptome behandelt. Zugleich zählt er auch zu den Menschen, die das Sterben eines nahen Angehörigen miterleben mussten. In seinem Fall handelte es sich um seine Oma Ida, von der er sich als junger Medizinstudent im Krankenhaus eine Woche lang am Sterbebett verabschieden musste.

Basierend auf all seinen Erfahrungen aus seinem Berufs- und Privatleben hat Gottschling jetzt zusammen mit Autor und Motivationscoach Lars Amend das Buch „Leben bis zuletzt – Was wir für ein gutes Sterben tun können“ geschrieben und beim Fischer-Verlag herausgebracht. Ab dem 25. August ist das 272 Seiten starke Werk, das für mehr Lebensqualität am Lebensende plädiert, im Handel erhältlich. Es ist ein Buch über die Angst vor dem Sterben, das beim Lesen zugleich aber mit jeder Seite Mut macht. Gottschlings Großmutter kommt einleitend auch darin vor. Ihr Ableben trug sicherlich auch zur Wahl seines Fachgebiets bei, das für die meisten ein sehr belastendes Arbeitsumfeld wäre. Der Palliativmediziner selbst sieht das anders: Er schreibt vom Glück und Privileg, mit sterbenskranken Menschen arbeiten zu dürfen.

Diesen Menschen die verbleibenden Tage, Wochen und Monate und manchmal auch Jahre mit bestmöglicher Lebensqualität zu füllen und den Angehörigen eine anhaltende Erinnerung an das gute Ende eines geliebten Menschen zu bereiten, sieht er als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit an. Wie das ganz praktisch möglich ist, welche Mythen über das Sterben es dabei aufzuklären gilt, wie wir uns selbst darauf vorbereiten und als Angehörige damit umgehen können, beschreibt der Arzt in einer für medizinische Laien verständlichen Sprache.

Und er gibt praktische Antworten auf Fragen wie: Was hilft wirklich gegen Beschwerden am Lebensende wie Schmerzen, Übelkeit, Luftnot und Erschöpfung? Wo ist der richtige Ort zum Sterben: Zuhause, unterstützt durch einen ambulanten Hospizdienst, im Krankenhaus, im Hospiz oder auf der Palliativstation? Wie begegnet man der Sprachlosigkeit – als Betroffener, als Angehöriger, gegenüber Kindern? Wo bekomme ich Hilfe und die beste Unterstützung für meine ganz individuellen Bedürfnisse?

„Leben bis zuletzt – Was wir für ein gutes Sterben tun können“
Sven Gottschling & Lars Amend
ISBN: 978-3-596-03420-8
Preis: € 16,99 (D) | € 17,50 (A)