Cartoons und Karikaturen auf Leben und Tod

Einer geht noch – Sepulkralmuseum

Solange man über ein todernstes Thema zumindest punktuell lachen kann, verliert es auch Stück für Stück seinen Schrecken. Das ist sogar dann der Fall, wenn es ums Sterben geht, wie in der Ausstellung „Einer geht noch“, die aktuell im Museum für Sepulkralkultur in Kassel zu sehen ist. Hier widmen sich 33 Cartoonisten mittels ihrer Exponate dem, was für uns alle unausweichlich ist. Sie ziehen zeichnerisch in einen Kampf auf Leben und Tod und demonstrieren anschaulich, wie es möglich ist, tatsächlich über die ernsteste Angelegenheit der Welt zu lachen.

Neben vielen Comiczeichnungen und Karikaturen erweitern auch sogenannte „Skulptoons“, also dreidimensional, skulptural umgesetzte Cartoons das Spektrum der Ausstellung. Ein absolutes Highlight ist sicherlich das Monumentalwerk „Nocturne – Satan öffnet den Erlöser“ von Rudi Hurzlmeier. Das mehrere Quadratmeter große Gemälde wird im Laufe der Ausstellung seine Vollendung erleben. Der Münchner Meister der gemalten komischen Kunst wird sein beeindruckendes Werk in einer Live-Painting-Aktion vor Publikum fertig stellen. Der genaue Termin dafür steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass „Einer geht noch“ noch bis 5. Juni geht. Wer in diesem Frühjahr in Kassel ist, sollte also unbedingt die Gelegenheit zum Totlachen nutzen.

Die Sonderausstellung knüpft bewusst an die Eröffnungsausstellung des Museums im Sommer 1992 an. Bereits damals zeigte das Sepulkral-Museum in Kooperation mit der Caricatura Kassel (Galerie für Komische Kunst) im Rahmen der Ausstellung „Schluss jetzt!“ Karikaturen rund um das Thema Tod. Blickt man auf die Liste der teilnehmenden Künstler, so zeigt sich, dass die aktuelle Ausstellung auch hier den historischen Faden aufnimmt und wieder Meisterhaftes von Vertretern der „Neuen Frankfurter Schule“ wie Robert Gernhardt, F.K. Waechter, F.W. Bernstein, Hans Traxler und Chlodwig Poth zeigt. Sogar das damalige Titelmotiv “Schluss jetzt!” des Hamburgers Künstlers Ernst Kahl wird bei dieser Gelegenheit noch einmal zu sehen sein.

Das 1992 eröffnete Museum für Sepulkralkultur ist einzigartig in Deutschland. Das Ziel des Hauses besteht darin, Kontinuität und Wandel im Umgang mit den letzten Dingen zu veranschaulichen und das gesellschaftlich oft verdrängte Erlebnis des Todes wieder ins Bewusstsein zu rücken. Die Dauerausstellung im Museum zeigt kulturhistorische und zeitgenössische Zeugnisse der Bestattungs-, Friedhofs- und Trauerkultur im deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis heute. Im Vergleich dazu legen die wechselnden Sonderausstellungen den Fokus auf einzelne kulturhistorisch herausragende Aspekte oder beschäftigen sich mit aktuellen Themen.

Sonderausstellung „Einer geht noch“ (5.2.-5.6.2016)
Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstr. 25–27, 34117 Kassel
Di 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr, Do-So 10-17 Uhr

www.sepulkralmuseum.de