Charlotte Link und Bärbel Schäfer lesen zum Thema Trauer

Charlotte Link und Bärbel Schäfer haben etwas gemeinsam. Sie haben beide ihnen sehr nahestehende Menschen verloren und diese traumatische Erfahrung in einem eigenen Buch verarbeitet. Bestseller-Autorin Link begleitete ihre Schwester sechs Jahre lang im Kampf gegen den Krebs, letztendlich leider vergeblich. Und Fernsehmoderatorin Schäfer musste den Verlust von gleich drei geliebten Menschen wegstecken. 1998 starb ihr damaliger Lebensgefährte, im Oktober 2013 verunglückte ihr Bruder Martin tödlich. Ihr Vater starb schließlich kurze Zeit darauf.

Die beiden Frauen gehen in ihren Büchern durchaus unterschiedlich an das schwierige Thema Trauer heran. Aber am Mittwoch, den 8. März, tun sie sich zusammen und halten gemeinsam eine Lesung in Bremen, wobei sie Passagen aus ihren Büchern präsentieren. Im anschließenden Gespräch in der VIP-Loge Ost des Weser-Stadions stellen die Autorinnen ihre sehr persönlichen Begegnungen mit dem Thema Trauer vor. Der Erlös der Veranstaltung geht an den gemeinnützigen Bremer Verein Trauerland. Der Eintritt kostet 19 Euro.

Zwei lesenswerte Bücher

Charlotte Links Buch trägt den Titel „Sechs Jahre: Der Abschied von meiner Schwester“ und schildert auf eindringliche und berührende Weise von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Link beschreibt dabei den Klinikalltag in Deutschland, dem sich Krebspatienten und mit ihnen ihre Angehörigen ausgesetzt sehen, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten schaudern lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.

Bärbel Schäfer, die sich seit 2004 als Botschafterin für Trauerland, das Bremer Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche engagiert, stellt in ihrem Buch die Frage „Ist da oben jemand?“ Sie erzählt von ihrer Suche nach Sinn. Sie gibt tiefe Einblicke in ihr Seelenleben, in ihre Wut, ihren Schmerz und ihre Verzweiflung. Offen beschreibt sie ihre Skepsis und ihr Hadern im Umgang mit Gott und den Religionen der Welt. Sie fragt sich, wie sie als Atheistin Trost in einer traumatischen Lebenssituation finden und ob der Glaube für sie eine Option sein kann?

Zu ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Organisation Trauerland erklärte sie in einem Interview mit dem Weser-Kurier: „Trauerland kennt man mittlerweile über Bremens Grenzen hinweg. Wir sind seit der Geburtsstunde an miteinander verbunden. Kinder trauern anders als Erwachsene. Wissen über die Arbeit von Trauerland in diesem Ehrenamt weiterzugeben, ist mir sehr wichtig. Man muss der Trauer einen Raum geben, auch wenn das Thema immer noch ein Tabu ist. Trauerland ist der Ort dafür und die Mitarbeiter kompetente Partner in schwierigen Lebensphasen.“


Lesung am Mi, 8.3.2017, 19 Uhr, VIP-Loge Ost, Weser-Stadion Bremen
www.trauerland.org