Der Umgang mit dem Tod im Kindergarten

Kinder brauchen schützende Räume, in denen ihr Ich wachsen und größer werden kann. Wenn Kinder in Berührung mit dem Thema Tod kommen und erste Erfahrungen sammeln, stellt dies eine große Anforderung an das kleine Wesen. Denn eigentlich sind Kinder in diesem Alter noch zu klein, um dieses Thema bewältigen zu können. Doch der Tod hält sich leider nicht an altersgemäße Entwicklungsgesetze. Der Tod setzt vielmehr alle menschlichen Übereinkünfte außer Kraft. Nichts und niemand kann ihn verhindern. Erzieherinnen müssen deshalb den Moment aushalten, der sich aus der Situation ergibt. Niemand kann ein Kind vor Schicksalsschlägen beschützen und bewahren. Erzieherinnen, die dem Kind Schutz gewährleisten wollen, stößen an eine Grenze der Pädagogik, wenn sie sich im Kindergarten dem Thema Tod stellt.

Der Kindergarten hat die Aufgabe, die Stimmungen zwischen Freude und Trauer Raum zu geben und diese zu akzeptieren. Wut und grenzenlose Neugierde muss in dieser Ausnahmesituation toleriert werden. Nur so entsteht für das trauernde Kind ein sicherer Boden und Halt, dem ihm erlaubt, die Schritte zu tun, welche es für die Bewältigung der Trauer benötigt.

Die Rolle der Erzieherin
Beim Thema Tod benötigt der Kindergarten offene und fachlich kompetente Mitarbeiterinnen. Der Umgang mit dem Thema verlangt ein großes Maß an Empathie und ist das Gegenteil von kühler Sachlichkeit. Eine Erzieherin muss die Fähigkeit zur Empathie haben bzw. in sich entwickeln. Die Kinder können ihr dabei helfen, sofern sie den Erfahrungen der Kinder mit dem Tod offen begegnet.

Über den Tod sprechen
Wenn Gespräche über den Tod stattfinden brauchen diese eine Atmosphäre der Offenheit und gegenseitiger Achtung sodass Gefühle jeglicher Art geäußert werden können. Wichtig ist es, die Kinder erzählen zu lassen. Erzieherinnen initiieren einen kleinen Gesprächskreis und sitzt in ruhiger, abwartender und gleichzeitig gespannter Haltung um zuzuhören, was die Kinder erzählen. So entsteht ein offener stiller Raum in dem die Kinder in das Gespräch hineingehen können. Erzählung reiht sich an Erzählung. Nach einigen Erzählungen sollten die Erzieherinnen kurz zusammenfassen, was in den vorherigen Erzählungen wiedergegeben wurde und das gefühlsmäßige Erleben in Worte fassen.