Die Ökobestattung – ein Trend auch in Österreich?

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Marco Barnebeck
Marco Barnebeck
Die Bestattungsformen und Bestattungsrituale ändern sich in unserer Gesellschaft nur sehr langsam. Trotzdem zeigt sich, dass sie einem steten Wandel unterworfen sind und dass Entwicklungen, die wir heute noch belächeln, früher oder später auch bei uns zum Tragen kommen. Das Thema Ökologie, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein hat einen grossen Platz in den gesellschaftlichen Diskursen – wohl zurecht! Im Bestattungsbereich wird dieses Thema aber noch sehr vorsichtig behandelt. So ist es nach wie vor bei allen Feuerbestattungsanlagen üblich, dass die erzeugte Wärme‐Energie ohne weitere Verwertung abgeführt wird.
Energieverwertung in Krematorien
„Bei uns wird aus Pietätsgründen die Energie nicht weiter verwendet!“, sagt Alexander Kiener, Betriebsleiter des ersten privaten Krematoriums in Kramsach in Tirol. „Aber mit der von uns erzeugten Energie könnten wir einen ganzen Ort mit warmem Wasser versorgen“, so Kiener weiter. Und eigentlich ist diese Überlegung nicht von der Hand zu weisen. Die Wärme stammt dabei ja nicht von der Verbrennung des verstorbenen Menschen, sondern wurde bereits zuvor in der Brennkammer durch externe Wärmezufuhr erzeugt. Die Wärme wird verwendet, um den Einäscherungsprozess in Gang zu bringen und wird danach über grosse Wärmetauscher an die Umwelt abgeführt.

Ökologisch einwandfreie Sargausstattung
In England, den USA und auch in Holland kommt dem Umweltaspekt bereits heute auch bei der Sargwahl eine zunehmend grössere Rolle zu. Bereits 25% der Särge bestehen aus naturbelassenen Brettern, simpel verleimt zu einer trapezförmigen Kiste. An den Seiten baumeln Textilschlaufen zum Tragen. Keine Lacke, wenig Metall, das Innenleben aus Baumwolle.

Bei einer Einäscherung wird die Asche in Urnen aus gepresstem Maismehl oder Bambus gegeben – diese verrotten schneller und es bleibt kein Metallabfall zurück. Auch bei den Friedhöfen wird zunehmend darauf geachtet, dass eine Parkähnlichkeit gegeben ist, die Normierung der Gräber verschwindet und eine Mehrfachnutzung im Sinne der Erholung möglich wird. Tatsache ist, dass die Sargkäufer von heute aus der Generation stammen, die mit dem Umweltgedanken gross geworden ist und von daher werden sich auch hier die Dinge zunehmend verändern.

Für Aspetos: MPloner