Digital danach – Blog über Sterben und Erben im Internet

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Der sogenannte „digitale Nachlass“ ist noch ein junges Thema, aber eines, das immer wichtiger wird und viele vor Probleme stellt. Seit der zunehmenden Digitalisierung vieler Lebensbereiche hinterlassen Menschen, wenn sie sterben, nicht nur in der realen Welt ihre Spuren, sondern auch in der digitalen. Nehmen wir nur mal die Unmengen an Fotos, Videos und Texten, die auf Computern, Smartphones und im Internet gespeichert sind, dazu diverse Social-Media-Profile, Webseiten und Blogs, aber auch Kundenkonten und Online-Abos. Stirbt ein Mensch, erben die Hinterbliebenen auch diesen digitalen Nachlass, der mit wichtigen Erinnerungen und Freundschaften, aber oft auch mit Geld verbunden ist.

Portal zum Thema digitaler Nachlass

Die beiden Münchner Sabine Landes und Dennis Schmolk beschäftigen sich schon länger mit der Frage: Was passiert mit den Daten eines Menschen nach dessen Tod? Sie sind davon überzeugt, dass uns das Thema in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr unter den Nägeln brennen wird. Das war auch ihre Motivation, das Info-Portal „digital.danach“ zum Thema digitales Sterben und Erben aus der Taufe zu heben. Auf der Seite finden Leser Informationen rund um den digitalen Nachlass, Checklisten zur persönlichen Vorsorge und für Hinterbliebene sowie Beiträge zu aktuellen Debatten rund um die Trauerkultur. Darüber hinaus veranstalten die beiden auch die Fachkonferenz „digina“, die am 24. November in Hamburg erstmals stattfindet.

Bei dieser Tagung wird unsere digitale Identität thematisch im Mittelpunkt stehen: (Fast) jeder hat eine, also sollte sich auch jeder damit auseinandersetzen. Viel zu wenige stellen sich aber die Frage, was mit den eigenen Daten, E-Mails, Chats, Bildern und Profilen nach dem eigenen Tod geschieht. Wer informiert Bekannte aus den sozialen Netzwerken, die vielfach keine Todesanzeigen lesen und nicht in Kontakt mit der Familie stehen? Was passiert mit den E-Mails des Toten? Wer „erbt“ die 700 Facebook-Freunde und die 300 Twitter-Follower? Und was macht der Erbe mit diesen Kontakten? Viele Fragen bleiben offen.

Sterbevorsorge sollte auch den digitalen Bereich umfassen

Speziell die Hinterbliebenen, die selbst nicht oder kaum im Internet surfen, könnten einen wichtigen Lebensbereich des Verstorbenen leicht übersehen. Vielleicht standen die Mitspieler in einem Online-Game dem Toten näher als manche alte Schulfreunde? Doch wer hilft den Angehörigen, diese virtuellen Lebensbereiche aufzufinden und im Sinne des Verstorbenen zu regeln? Noch decken die wenigsten Testamente und Vollmachten auch den digitalen Bereich ab. Digitale Sterbevorsorge ist noch ein Randthema. Dabei ist es unbestritten wichtig, sich schon frühzeitig um den eigenen digitalen Nachlass zu kümmern und vorzusorgen. Dadurch entlastet man später trauernde Familienmitglieder und Freunde. Für Erben ist es ein großer Pluspunkt, wenn sie den digitalen Nachlass überblicken und verstehen, um dann die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Sabine Landes und Dennis Schmolk haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema digitaler Nachlass zu ergründen, um den gesellschaftlichen Wandel zu dokumentieren und um eine erste Anlaufstelle bei Fragen zu schaffen: Wie regelt man ein digitales Erbe? Was muss ins Testament? Wer hilft weiter, um einen Nachlass zu verwalten? Wie trifft man Vorsorge für seinen digitalen Nachlass? Wo liegen Gefahren und Probleme? Mit praktischen Anleitungen und Tutorials, Interviews und Reportagen, News und Infos leisten sie einen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte und erklären, wie man schon zu Lebzeiten für den eigenen digitalen Nachlass vorsorgen kann oder als Hinterbliebener den Nachlass eines verstorbenen Menschen ordnen kann.

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