Facebook: Wann gibt es mehr Profile von Toten als von Lebenden?

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Im November, dem Monat des Gedenkens, mit Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag, setzen sich viele Menschen mit dem Leben und dem Sterben auseinander – auch im Internet. Im Blog What If etwa wird durchgespielt, wann es auf dem sozialen Netzwerk Facebook mehr Profile von Toten als von Lebenden geben wird. Die Antwort, die auf die Komplexität des Themas hindeutet: Das kommt darauf an.

Geringe Sterberate unter Facebook-Nutzern

Aktuell wird Facebook vor allem von der jungen Generation genutzt, so die aufgestellte Rechnung. Das bedeutet, dass die Sterberate unter den Facebook-Usern derzeit deutlich geringer ist als im Bevölkerungsdurchschnitt. So erklärt sich auch, dass zur Zeit zehn bis 20 Millionen Menschen, die in den vergangenen Jahren einen Facebook-Account angelegt haben, mittlerweile verstorben sind. Pro Jahr kommen „einige Millionen“ hinzu.

Mit dem steigenden Alter der Facebook-User wird allerdings auch die Sterberate steigen, heißt es weiter. Wann genau es mehr Profile von Toten als von Lebenden geben wird, hängt also auch davon ab, ob es Facebook schafft, in Zukunft weiterhin vor allem die jungen Nutzer anzuziehen, oder ob diese sich in Zukunft anderen sozialen Netzwerken oder gar ganz anderen Plattformen zuwenden werden. Wenn der Facebook-Boom abflauen und der Marktanteil sinken sollte, konnte es schon 2065 so weit sein, dass die Zahl der Nutzerprofile von Toten überwiegen. Anderenfalls wäre es aber spätestens 2130 soweit.

Facebook-Profil Verstorbener: Gedenkmodus oder löschen

Diese Rechenspiele führen zu einem ganz grundsätzlichen Problem, nämlich der Frage, was genau mit diesen Facebook-Profilen geschieht und – noch allgemeiner – wie wir künftig überhaupt mit dem digitalen Nachlass von verstorbenen Familienmitgliedern und/oder Freunden umgehen. Facebook bietet immerhin die Möglichkeit, das Facebook-Profil eines Verstorbenen in den sogenannten „Gedenkmodus“ versetzen zu lassen.

Hierbei ist nicht einmal ein echter Todesnachweis notwendig, ein Link zu einem Nachruf oder einem entsprechenden Zeitungsartikel genügt. Ist der Account einmal im Gedenkmodus kann das betroffene Profil nur noch von bestätigten Freunden angesehen werden.

Etwas anders sieht das Ganze aus, wenn man den Facebook-Account eines Verstorbenen ganz löschen möchte. Dann verlangt Facebook einen entsprechenden Nachweis, z. B. in Form einer Todesurkunde. Das Löschen kann einige Zeit dauern, da es nach einer Überprüfung durch Facebook-Mitarbeiter händisch vorgenommen wird. Die Anmeldeinformationen gibt Facebook dagegen mit Verweis auf den Schutz der Privatsphäre des Verstorbenen nicht heraus.


Weiterführende Links:

Facebook of the Dead – What If
http://what-if.xkcd.com/69/

Antrag auf Herstellung des Gedenkzustands – Facebook
http://www.facebook.com/help/contact/?id=305593649477238

my terminal web-will: Fuer immer offline gehen – ASPETOS
http://www.aspetos.at/news/politikrecht/744-my-last-web-will-fuer-immer-offline-gehen.html