Für das Euthanasieverbot in der Verfassung

news3_shutterstock_96298460

Foto: Pawloff, caritas.atCaritasdirektor Michael Landau und die Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich, Waltraud Klasnic, verlangen die verfassungsmäßige Verankerung des Euthanasieverbots anlässlich der bevorstehenden Ministerratssitzung am Dienstag.

Ein in der Verfassung verankertes Verbot sei nicht nur ein Wegweiser und ein Bekenntnis zum Leben, sondern auch ein Signal über die Grenzen unseres Landes hinaus, sind sich Klasnic und Landau einig. Aus Sicht der Caritas müsse die öffentliche Hand hier ihre Verantwortung wahrnehmen und sowohl für den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung (mobil, teilstationär und stationär) als auch für eine gesicherte Finanzierung in diesen Bereichen sorgen.

„Der Mensch soll an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen“, so gibt Michael Landau die Worte Kardinal Königs wieder, der bis zuletzt für die Menschenwürde plädiert hat. „Der Umgang mit Menschen am Ende des Lebens ist entscheidend für das menschliche Antlitz einer Gesellschaft. Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, ein klares Zeichen für ein ‚Nein’ zu Euthanasie und ein klares ‚Ja’ zur Hospizarbeit zu setzen. Wer aktive Sterbehilfe nicht will, muss für optimale Sterbebegleitung Sorge tragen.“

Auch Waltraud Klasnic begründet, jeder Mensch habe das Recht, in Würde zu sterben. Das schließe den Anspruch auf Sterbebegleitung und bestmögliche Schmerzbehandlung mit ein. Das Recht in Würde zu sterben und das Verbot von Tötung auf Verlangen müsse endlich in der Bundesverfassung explizit verankert werden.

Hospiz Österreich vertritt über 200 Hospizeinrichtungen in Österreich. Das mobile Caritas Hospiz ist seit über 20 Jahren für Menschen am Ende des Lebens im Einsatz. Die Nachfrage nach Hospizleistungen steigt konstant an und so werden österreichweit jährlich ca. 4000 Betroffene von der Caritas versorgt.

Für ASPETOS: Florian Gostner

(Quelle: 21. März 2010, APA OTS, Caritas der Erzdiözese Wien, Foto: Pawloff, caritas.at)