Gibt es den Scheintod heute noch?

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Foto: Roland MühlangerFoto: Mühlanger

Mobiltelefone werden Verstorbenen häufig als Sargbeigabe mitgegeben. Das Handy im Sarg hat aber nicht den Zweck einer modernen Sargglocke zur Rettung von Scheintoten, sondern es ist ein Ausdruck des „In-Verbindung-Bleibens“ mit dem verstorbenen Menschen.

Die Angst vor dem Scheintod gibt es in der heutigen Bevölkerung allerdings tatsächlich noch, sie ist jedoch gänzlich unbegründet: Das moderne medizinische Knowhow im Zusammenwirken mit unserem Sprengelarzt-System verhindern es, dass Menschen zu früh zur Bestattung freigegeben werden.

Wenn ein Mensch verstorben ist, muss umgehend auch der Sprengelarzt verständigt werden und zwar auch dann, wenn ein Notarzt die Reanimationsmaßnahmen abbricht und den Tod feststellt. Der Sprengelarzt ist Kontrollorgan und hat die Aufgabe durch die Totenbeschau noch einmal zu überprüfen, ob der Tod sicher eingetreten ist und den Tod amtlich zu bescheinigen. Er gibt den Verstorbenen dann entweder zur Bestattung frei oder veranlasst – wenn erforderlich – eine Obduktion.

 

SprengelärztInnen kommen in der Regel erst einige Stunden nachdem sie verständigt wurden, da die sogenannten sicheren Todeszeichen erst zeitverzögert nach dem Versterben eintreten. Für die sichere Feststellung des Todes muss mindestens ein sicheres Todeszeichen vorhanden sein. Sichere Todeszeichen sind Leichenstarre, Leichenflecken, Fäulnis oder mit dem Leben nicht vereinbare Verletzungen. Kälte, fehlende Atmung, fehlender Puls, Blässe, fehlende Reflexe etc. sind übrigens keine sicheren Todeszeichen!

Auch unsere BestatterInnen werden ausgebildet, die sicheren Todeszeichen zu erkennen und sind während der Tätigkeit des Einbettens in den Sarg angehalten, sich vom Vorhandensein dieser sicheren Todeszeichen zu überzeugen. Weiters sind BestatterInnen verpflichtet, jegliche Auffälligkeiten umgehend an die entsprechenden Stellen zu melden.