Gründer der Death Cafés stirbt mit 44 Jahren

Jon Underwood

Jon Underwood, der Gründer der sogenannten Death Cafés, ist Ende Juni mit gerade einmal 44 Jahren verstorben. Seine Idee, einen regelmäßigen Raum für Trauernde zum Austausch bei Kaffee und Kuchen zu schaffen, fand weltweit Nachahmer. Die Bewegung wurde in den letzten Jahren immer größer. Dementsprechend fällt auch die Anteilnahme in der Community aus. Seine Frau Donna Molloy sprach in einem öffentlichen Statement von einer „schockierenden Eindringlichkeit“, mit der ihr und ihren zwei gemeinsamen Kindern die Endlichkeit des Lebens vor Augen geführt wurde.

Die Bestattung von Jon Underwood wird für geladene Trauergäste am 6. Juli im buddhistischen Zentrum Jamyang in London stattfinden. Der Death-Café-Erfinder hatte eine enge Bindung zum geistigen Führer der Zentrums, Geshe Tashi. Gemeinsam mit ihm wollte er dort schon länger Begräbnisse ermöglichen. Nun wird seine eigene Bestattung die erste in diesen Räumlichkeiten sein. Nachdem dort nur wenig Platz ist, soll es Ende Oktober, rund um Underwoods Geburtstag, noch einmal eine Gedenkveranstaltung für die Öffentlichkeit geben.

Bestattungen im Buddhismus

Im buddhistischen Glauben läuft das Abschiednehmen von einem verstorbenen Menschen komplett anders ab als im Christentum. Der Atemstillstand ist für Buddhisten nicht gleichbedeutend mit dem Tod. In dem Leichnam sind vielmehr noch Energien vorhanden, und der Geist muss noch vier Phasen bis zur Auflösung durchlaufen. Der Körper des Verstorbenen sollte daher einige Zeit völlig in Ruhe gelassen, also nicht berührt werden. So sollten z.B. auch die Augen nicht zugedrückt werden, da damit die Sterbeprozesse beendet werden.

Das Begräbnis gehört zu den buddhistischen Hauptzeremonien, da es dem Übergang in die Zwischenwelten und der darauf folgenden Wiedergeburt den Weg bereitet. Die Feierlichkeiten können mehrere Tage dauern. Bei der Abschiednahme stehen die Gäste zusammen, rezitieren Buddhas Sutras und erinnern sich dabei an positive, gute Erlebnisse mit dem Verstorbenen. Das geschieht einerseits, um dem Toten fröhliche, wertvolle Gedanken mitzugeben, andererseits um tiefe Trauer und Tränen zu vermeiden, die als Zeichen von Selbstmitleid und Ich-Bezogenheit in der Phase des Verlusts gelten.

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