„Leben und Tod, Lachen und Weinen gehören einfach zusammen“

Buchtipp: „Geschichten, die das Leben erzählt …“

„Mechthild, ich glaube, das ist so: Wenn ein alter Mensch stirbt, dann ist das für die Familie ganz traurig. Aber dann wird für den alten Menschen wieder ein Baby geboren und das ist dann wieder in der Familie gut. Also, verstehst du? Das ist so, wie wenn am Auto ein Reifen alt und kaputt ist. Wenn der dann ab ist, kommt ein neuer Reifen drauf und dann ist das Auto wieder ganz. Und immer so weiter, so ist das doch irgendwie, wie wenn man tot ist, oder …?“. Diese logische Erklärung hörte die professionelle Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper vom achtjährigen Lorenz, nachdem dessen Opa gestorben war. Und sie fand Eingang in ihr neues Buch „Geschichten, die das Leben erzählt, weil der Tod sie geschrieben hat“.

Darin erzählt sie freimütig von ihrer alltäglichen Arbeit als Trauerbegleiterin und räumt dem Tod damit Seite für Seite wieder mehr Platz im Leben der Leser ein. „Wie halten Sie das aus, die ganze Traurigkeit in Ihrem Job?“, wird Mechthild Schroeter-Rupieper oft gefragt. Dabei geht es oft sehr fröhlich zu in ihrer Arbeit, auch wenn die Trauer deshalb nicht wegzudenken ist. Und das zeigt sie in diesen lustigen und traurigen, tiefen und alltäglichen, schönen und manchmal skurrilen Geschichten aus ihrem ganz normalen Arbeitsalltag. „Leben und Tod, Lachen und Weinen gehören einfach zusammen“, sagt sie. Ein buntes und tiefes Buch über das Leben und den Tod und dass das eine ohne das andere nicht zu haben ist.

Trauerbegleitung im Institut „laVia“

Mechthild Schroeter-Rupieper bietet mit ihrem Institut „laVia“ insbesondere Familien die Möglichkeit, gemeinsam und jeder für sich mit seiner Trauer leben zu lernen und auch wieder aus ihr heraus ins Leben zu finden. Darüber hinaus ist sie als Dozentin für Trauerbegleiterkurse und gerade auch für Seelsorger und Lehrer eine gefragte Lehrende. Am 21. Februar hielt sie eine Lesung zu ihrem neuen Buch. Hier das dazugehörige Video.

Eine weiterer Veranstaltungstipp: „Zeit – Räume – Die Notwendigkeit einer langfristigen Trauerbegleitung bei Heranwachsenden“ am 13. Mai auf der Nordseeinsel Juist – mit Mechthild Schroeter-Rupieper als Referentin. Sie erläutert dabei, dass bei Kindern und Jugendlichen in Trauerzeiten das Alter und die Zeit eine große Rolle spielen. Sie begreifen erst nach und nach kognitiv, was der Verlust durch den Tod tatsächlich für sie bedeutet. Man könnte sagen, sie wachsen mit dem Heranwachsen erst in die Trauer hinein. Wie dies im Alltag aussieht und in der Trauerarbeit begleitet werden kann, wird im Vortrag u.a. auch anhand von Beispielen von Kindern und Jugendlichen deutlich gemacht, die bei dem Germanwings-Unglück im März 2015 Bruder, Schwester oder beste Freunde verloren. Hier nähere Informationen zum Vortrag.

Geschichten, die das Leben erzählt, weil der Tod sie geschrieben hat
Patmos-Verlag, Hardcover (160 Seiten), 17 Euro

ISBN: 978-3-8436-0882-4