Neuer Karikaturen-Bildband „Der letzte Str(e)ich“

© Axel Bierwolf

Viele fragen sich verschämt, ob man über den Tod eigentlich lachen darf? Der Umgang mit dem diffizilen Thema ist sicherlich eine Gratwanderung und letztlich eine individuelle Entscheidung. Aber viele Zeichner setzen sich in ihren Werken immer wieder gerne mit dem Ende des Lebens auseinander – und dies manchmal auch auf humorvolle und karikierende Weise. Der neue Bildband „Der letzte Str(e)ich – Karikaturen zu Tod und Bestattung“, erschienen beim Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes, widmet sich in insgesamt 93 Abbildungen dem Thema Tod und Humor.

Fünf Künstler zeichneten zum Thema Tod

Das über 200 Seiten starke Buch zeigt fünf ganz unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema „Tod und Humor“. Einleitend wird auf zwei Seiten immer die Herangehensweise des jeweiligen Künstlers beschrieben, bevor seine thematisch passenden Werke gezeigt werden. So wird anschaulich dargestellt, wie der Zeichner Hans-Joachim Uthke mit feinem Strich und spitzer Feder all die Unwägbarkeiten des Lebensendes und der Bestattung aufs Korn nimmt. Die Karikaturistin und Illustratorin Kirsten van Alphen ist wiederum tief in den Alltag des Bestattungsgewerbes eingetaucht und stellt Kuriositäten, aber auch fragwürdige gesellschaftliche Entwicklungen im Hinblick auf die letzten Dinge kritisch dar. Die politischen Karikaturisten Greser&Lenz, die für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) aktuelle Karikaturen zeichnen, widmen sich in ihren pointierten Beiträgen dem Thema Bestattungsvorsorge mit schwarzem Humor.
Schließlich zeigen die Cartoonisten Ari Plikat und Axel Bierwolf, von dem auch die Holzwurm-Zeichnung stammt, dass der Tod auch in ihrem Genre eine kongeniale Verbindung mit dem Witz eingeht. Die beiden Zeichner sind den Herausgebern Oliver Wirthmann und Eva Schmidt aufgefallen als Preisträger eines Karikaturenwettbewerbs zum Thema Alter, den das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) im Jahr 2015 ausgelobt hatte. Beide erhielten in ihrer Kategorie jeweils den ersten Preis.

Traditionelle Abgründe der Gesellschaft

Dass Humor angesichts des Todes schon immer seine Berechtigung hatte, zeigt auch das Vorwort von Anne-Marie Werner zur „Traditionsverbundenheit der Todessymbolik in der Karikatur des 20. Jahrhunderts“, das eine historische Einordnung des Sujets vornimmt. Doch auch in Gegenwart und Zukunft darf Humor seinen Platz nicht verlieren: Er hat in der zum Teil zynischen Grenzüberschreitung auch immer den Aspekt, Abgründe und Verlogenheiten einer Gesellschaft zu entlarven. Dazu möchte der im Sommer erschienene Bildband seinen Beitrag leisten. Der ehrliche Umgang mit der menschlichen Sterblichkeit ist in ganz besonderer Weise für helfende Berufe der Schlüssel, Angehörigen gegenüber authentisch aufzutreten. Hier kann ein Lachen genauso seinen Platz haben wie angemessene Zurückhaltung und Pietät.

Der letzte Str(e)ich – 
Karikaturen zu Tod und Bestattung
Oliver Wirthmann und Eva Schmidt (Hrsg.)
Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes
206 Seiten, inkl. CD mit allen 93 Abbildungen
ISBN 978-3-936057-53-9
Preis: 54,50 Euro

www.bestatter.de