Trauer-Knigge: Was anziehen?

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Foto: Jutta Rotter

In diesem Artikel lesen Sie, was Knigge über Trauerkleidung sagt. Jede Kultur hat ihre eigene Trauerfarbe, weltweit liegt der Fokus auf Weiß und Schwarz als „Farben“ des Todes.

Auch Rot als Sinnbild für das Blut Christi und Lila in Verbindung mit Buße, Reue und Fasten in den christlichen Kirchen, spielen eine Rolle. Wirklich durchgesetzt hat sich in unserem Kulturkreis aber die „unbunte Farbe“ Schwarz.

 

Die Bedeutung der Farbe Schwarz

Schwarz ist die Bezeichnung für eine Farbempfindung, welche beim Fehlen eines Farbreizes entsteht, also wenn die Netzhaut ganz oder nur teilweise keine Lichtwellen im sichtbaren Spektrum rezipiert“, wird auf wikipedia.com erklärt. Wir nehmen Schwärze also bei Abwesenheit von Licht wahr. Im Sinne von „Fehlen von Licht“ ist Schwarz auch keine Farbe oder anders betrachtet eben eine sogenannte unbunte Farbe, da ihr die Farbigkeit und die Buntheit fehlen.

Schwarz steht im Sinne der Abwesenheit von Licht symbolisch als Farbe für die Nacht, die Einsamkeit und Leere, für den Tod und die Trauer. Schwarze Kleidung symbolisiert nach einem Todesfall die Lücke, die ein Verstorbener im Leben des Trauernden hinterlässt. Sie spiegelt die Trauer sichtbar nach außen. Heute ist das Tragen von Schwarz als Trauerbekleidung allerdings kein Muss mehr. Die Konventionen in Sachen Trauerfarben und Trauerkleidung haben  sich deutlich gelockert.  Sterben junge Menschen, ist der ausdrückliche Wunsch oft nach farbiger Kleidung, um dem Schmerz etwas tröstliches entgegenzusetzen. Gerade junge Menschen lösen sich heute von vorgefertigten Mustern und entwickeln eigene Ausdrucksarten der Trauer, das zeigt sich natürlich auch in der Kleidung.

Was meint Knigge

Geht es „nach Knigge“, gelten freilich auch heute noch sehr strenge Regeln im Bezug auf die Trauerkleidung: „Die Bekleidung hat für Herren und Damen gleichermaßen zwar nicht unbedingt schwarz, aber doch sehr dunkel zu sein. Das Hemd/Bluse ist auf jeden Fall weiß und die Krawatte schwarz, ebenso Strümpfe und Schuhe. Kurze Ärmel und unbekleidete Beine sind stillos, ebenso auffälliger schriller Schmuck.Bei großen und gehobenen Beerdigungen kann auch Cut oder Stresemann getragen werden.Eine Kopfbedeckung (mit Schleier) ist nur den weiblichen Angehörigen erlaubt.(www.knigge.de)

Carolin Lüdemann, Mitglied im deutschen Knigge-Rat, weiß es noch genauer: „Je näher man dem Verstorbenen steht, desto strenger sollte man die Regeln beachten. Freunde und Bekannte aus dem erweiterten Kreis dürfen auch in dunkelblauer oder -grauer Kleidung erscheinen.“  Völlig tabu ist übrigens dunkelbraune Kleidung, da sie laut Knigge „sportlichen Charakter“ besitzt.

Knigge für Frauen

Für Frauen gibt es noch weitere Regeln: Keine nackten Beine zeigen! Und wenn schon Bein gezeigt wird, dann verhüllt durch eine dunkle Feinstrumpfhose. Auch die Arme müssen bedeckt sein. Keine Miniröcke und Cocktailkleider mit weitem Ausschnitt. Am besten fährt man mit einem knielangen Kostüm, einem langärmeligem Kleid oder einem Hosenanzug. Außerdem sollte man alles, was an Parfum, Schmuck oder Make-up schrill und auffallend wirkt, weglassen.  „Früher hat man mit dem Schleier am Hut die verheulten Augen verbergen können. Heute darf man dazu eine leicht getönte Brille verwenden. Wichtig ist, dass die Trauergäste den Trauernden noch in die Augen sehen können“, erklärt Carolin Lüdemann.

Knigge für Kinder

Lockerer sind die Knigge-Regeln für Kinder: Sie müssen nicht in Schwarz gehen, sollten aber auch keine Knallfarben tragen. Laut Expertin ist bunte Kleidung auf Wunsch der verstorbenen Person möglich, denn: „Es ist nicht ehrenhaft, das zu missachten, was der Verstorbene sich gewünscht hat.“

Knigge für Männer

Männer sollten ein weißes Hemd mit schwarzer Krawatte tragen, Strümpfe und Schuhe sollten ebenfalls schwarz sein.