Umbettung von Verstorbenen

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Vor Kurzem sorgte ein Berufungsurteil des Landgerichts Krefeld für Aufsehen. In dem Richterspruch hieß es, die Klägerin hätte keinen Anspruch auf Schmerzensgeld wegen der Umbettung der Urne des verstorbenen Vaters. In ihrem konkreten Fall seien die Persönlichkeitsrechte nicht schwerwiegend beeinträchtigt worden, so das Gericht in Nordrhein-Westfalen.

Die Witwe hatte die Urne ohne Absprache aus dem Familiengrab entfernen lassen. Anschließend ließ sie die Asche in den Niederlanden im Rahmen einer Flussbestattung beisetzen. Inwiefern die Umbettung dem Willen des Ehemannes entsprach und überhaupt hätte genehmigt werden dürfen, ließ sich in dem Prozess nicht zweifelsfrei klären.

Umbettungen nur in Ausnahmefällen möglich

Bei der Frage nach einer Umbettung kann der zu Lebzeiten geäußerte oder festgehaltene Wille der verstorbenen Person sehr ausschlaggebend sein. Eine Umbettung wird in Deutschland prinzipiell nur in Ausnahmefällen genehmigt, da sie in Konflikt mit der Totenruhe steht. Ein möglicher Grund für eine Genehmigung kann sein, dass der Verstorbene bereits zu Lebzeiten erklärt hat, dass er eine spätere Umbettung wünscht oder mit ihr einverstanden wäre.

Oft geschieht die Verlegung eines Grabes oder einer Urne aber auch aus Gründen der Totenfürsorge, damit sich die Familie auch nach einem privaten Umzug weiterhin gut um das Grab kümmern kann. Ein anderer Beweggrund kann darin bestehen, dass die Angehörigen mittlerweile eine Familiengrabstätte haben. Generell muss die Umbettung bei der jeweiligen Friedhofsverwaltung und beim zuständigen Gesundheitsamt beantragt werden.

Wer die Umbettung veranlasst, muss auch die Kosten dafür übernehmen. Die Hinterbliebenen müssen also sowohl dem bisherigen Friedhof als auch dem neuen die Auslagen erstatten, die durch die Umbettung entstanden sind. Jede Friedhofsverwaltung hat hier ihren eigenen Gebührenkatalog. Also erkundigen Sie sich am Besten im Vorfeld, mit welchen Summen Sie zu rechnen haben. Wird die Umbettung von der Friedhofsverwaltung oder einer Behörde veranlasst, so haben diese die Kosten zu tragen.

Ein wichtiger Kostenfaktor kann auch der Zeitpunkt der Umbettung sein. Wenn die Verlegung zeitnah zur Beerdigung erfolgt, kann man davon ausgehen, dass der ursprüngliche Sarg noch funktionstüchtig ist. Liegt die Beisetzung jedoch schon einige Zeit zurück, so ist der Sarg durch den Verrottungs- und Verwesungsprozess möglicherweise instabil geworden. In diesem Fall müssten die sterblichen Überreste in einen neuen Sarg umgebettet werden, was weitere Kosten zur Folge hat. Wenn auf dem alten Grab ein Grabstein vorhanden war, müssen bei der Mitnahme auch die Kosten für diesen Umzug mit einkalkuliert werden. Falls der Grabstein nicht mehr benötigt wird, so ist seine Entsorgung ebenfalls oft mit weiteren Kosten verbunden.