Tipps für Angehörige und Freunde von Trauernden

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Was können Sie tun? Wie sollten Sie sich verhalten?

Jemand in Ihrem Bekannten- oder Freundeskreis hat einen lieben Menschen verloren und braucht jetzt vermehrt Ihre Zuwendung. Überschütten Sie ihn aber nicht damit! Gehen Sie auf die Bedürfnisse des Trauernden ein und nicht nach Ihren eigenen Bedürfnissen!

Bedenken Sie, dass Trauernde nach einem derartigen Ereignis noch übererregt sein können und dass Reaktionen für Sie auch „schwer verständlich“ sein können.

Manche Trauernde wollen über die Ereignisse reden: Hören Sie geduldig zu, wenn Trauernde von den Ereignissen erzählen, verstärken Sie dabei aber nicht das „Schreckliche – Entsetzliche“ sondern zeigen sie Verständnis und Anerkennung für das Verhalten des Trauernden.

Trauernde wiederholen oft immer die selbe Geschichte. Das ist mühsam für den Zuhörer. Seien Sie geduldig, denn das wiederholte Erzählen gehört zum Verarbeiten dazu, es hilft.

Manche Trauernde wollen nicht reden: Ermutigen Sie den trauernden Freund dazu, sagen Sie ihm, dass reden hilft, zwingen Sie ihn aber nicht dazu. Wenn er nicht reden will, akzeptieren Sie das, sagen Sie ihm aber, dass Sie für ihn da sind, wenn er Sie braucht und signalisieren Sie ihm Ihre Gesprächsbereitschaft.

Verzichten Sie auf Killerphrasen! Killerphrasensind Phrasen „des Trostes“, die aber unglaublich verletzen z.B.:

  • Das wird schon wieder!
  • Die Zeit heilt alles Wunden!
  • Er/sie hätte sowieso kein schönes Leben mehr gehabt!
  • Gott weiß, wozu es gut war!
  • Gott weiß, was ihm erspart geblieben ist!
  • Du hast ja noch Kinder!
  • Du kannst ja noch Kinder bekommen!

Killerphrasen liegen uns dann auf der Zunge, wenn wir etwas Tröstliches sagen wollen, selbst aber sprachlos sind. Wichtig ist es, diese Phrasen rechtzeitig als Killerphrasen zu erkennen und sie nicht auszusprechen!

Wenn man sprachlos ist, wenn einem die Worte fehlen, ist es besser, dies offen zu sagen. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!“,“Mir fehlen die Worte!“ bringt Sprachlosigkeit zum Ausdruck und hilft dem Trauernden mehr als Trostfloskeln oder Ratschläge.

Versuchen Sie, mit dem Trauernden in den Alltag zurückzukehren, das zu tun, was Sie auch vor dem Geschehen getan haben. Helfen Sie ihm den Tagesablauf zu strukturieren.

Versuchen Sie den Trauernden in der nächsten Zeit vor unnötigem und zusätzlichem Stress zu schützen, greifen Sie aber dabei nicht in die Alltagsaufgaben ein, die er selbst bewältigen muss!

Lassen Sie sich und dem trauernden Freund jetzt bewusst etwas Gutes zukommen! Machen Sie jetzt vermehrt und bewusst das, was Ihnen beiden gut tut.

Wenn Ihr Freund/Bekannter Sport betreibt, Hobbys hat usw. hilft ihm dies jetzt Stress abzubauen!
Fördern Sie jetzt solche Tätigkeiten!

Passen Sie auf Reaktionen auf, die ungewöhnlich sein können. Sollten sich diese verstärken und andauern (Schlafstörungen, Alpträume, Reizbarkeit, Isolation, vermehrtes Grübeln, Schuldgefühle usw.), versuchen Sie ihn zu bewegen psychologische Hilfe anzunehmen.

Haben Sie Geduld! Die Integration eines Verlustes kann einige Zeit dauern – Sie können dabei nur beistehen. Verarbeiten muss er es selbst!

Dr. Christine Pernlochner-Kügler und Dr. Markus  Ploner