Weihnachten in der Trauer erleben

Weihnachtsbaum

Viele Hinterbliebene fürchten sich regelrecht vor dem Weihnachtsfest: Während überall die Familie im Mittelpunkt steht, fühlen sie die große Lücke in ihren Herzen. Dazu kommt noch der Druck, zumindest nach außen hin „normal“ zu funktionieren, um niemanden zu belasten. Dabei wäre es gerade jetzt so wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören.

Die Feiertage um Weihnachten und Neujahr führen uns den Verlust eines geliebten Menschen besonders deutlich vor Augen: Der Platz am Tisch und in unserem Herzen bleibt leer. Kein Wunder, dass viele diese Zeit einfach nur irgendwie hinter sich bringen möchte. Vor allem, da sie ihre Mitmenschen nicht mit der eigenen Trauer belasten möchten. Die Hemmschwelle ist gerade an solchen Feiertagen besonders groß, weshalb Trauernde manchmal sogar vor der Unterstützung ihrer Lieben zurückschrecken. Schließlich besteht in unserer Gesellschaft oft die Ansicht, dass besonders zu Weihnachten alles perfekt sein soll und jeder einzelne funktionieren muss.

Doch wie können trauernde Hinterbliebene damit umgehen? Der erste Schritt wäre, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen: Manche wünschen sich, unter Menschen zu sein, andere möchten sich lieber zurückziehen und für sich bleiben. Was auch immer Sie bevorzugen ist in Ordnung und es gibt keinen Grund, sich dafür zu rechtfertigen. Gelegentlich kommt es natürlich vor, dass die Familie aus lauter guter Absicht übers Ziel hinausschießt und die Trauernden mit zahlreichen Aktivitäten ablenken will. Wenn dies nicht gewünscht ist, hilft oft nur die freundliche, aber klare Abgrenzung. Denn Trauer ist individuell und jeder sollte sich die nötige Zeit nehmen, um den Schmerz zu verarbeiten – ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben.

Wir wissen aus eigener leidvoller Erfahrung, wie viel einem Trauernden die bevorstehenden Feiertage abverlangen können. Deshalb bitten wir Sie: Achten Sie gut auf sich und Ihre Bedürfnisse. Tun Sie das, wonach Ihnen ist und holen Sie sich genau die Unterstützung, die Sie brauchen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, für ein paar Stunden abzuschalten und sich von der Trauer zu erholen, lassen Sie es ohne schlechtes Gewissen geschehen. Und wenn Sie im Kreis Ihrer Lieben die Wehmut und Traurigkeit übermannt, dann lassen Sie sie einfach zu. Denn Trauer kennt keinen Kalender.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das Team von Aspetos ein besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest!