Wenn ich tot bin, werde ich ein Diamant

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Eine ganz exklusive und hochwertige Ausprägung der Erinnerungskultur ist die Diamantbestattung. Dafür wird die Asche des Verstorbenen nach der Kremation zu einem Diamanten transformiert. Dieser kann im Anschluss als Schmuckstück getragen oder als Symbol der Unvergänglichkeit aufbewahrt werden.

Der Herstellungsprozess
Bei der Diamantbestattung wird die Asche des Verstorbenen in einem mehrmonatigen Prozess unter sehr hohem Druck und Temperatur in einen Diamanten umgewandelt. Zunächst werden in einem Transformationsprozess die amorphen Kohlenstoffe von der Kremationsasche getrennt. Je nach Fertigungsverfahren müssen dem Kohlenstoff jedoch Zusätze beigemischt werden. Die extrahierten Kohlenstoffe werden dann für einen Zeitraum von 4 bis 8 Wochen unter sehr hohem Druck und Temperatur gepresst. Die Kohlenstoffe verwandeln sich in dieser Zeit langsam in Diamantkristalle um. Der dabei entstandene Rohdiamant kann im Anschluss zu unterschiedlichen Formen geschliffen werden. So kann der Erinnerungsdiamant die bekannte Diamantform erhalten, aber auch zum Beispiel in Ovalform oder in Form eines Herzens geschliffen werden. Es können auch mehrere Diamanten aus der Asche der Verstorbenen geformt werden, um somit allen nahen Angehörigen einen Diamanten zu überlassen. Jeder Diamant ist ein Unikat. Mal ist er eher weiß, mal eher bläulich gefärbt. Der Herstellungsprozess kann bis zu drei Monate dauern. Zudem hat der anschließenden Diamant mehr Karat, je länger man die Asche unter hohem Druck und Temperatur umwandelt.

Nicht überall erlaubt
Nicht in allen Ländern darf die Asche des Verstorbenen zu einem Diamant gepresst werden. In Holland und der Schweiz, wo eine „Transformation“ der Totenasche als ordentliche Bestattungsart vom Gesetzgeber anerkannt ist, finden sich Dienstleister, die Diamantbestattungen anbieten.

Kosten einer Diamantbestattung
Bei der Diamantbestattung wird der größte Anteil der Totenasche auf herkömmliche Art beigesetzt, da nur ein geringer Anteil der Asche zur Herstellung eines Diamanten benötigt wird. Aus diesem Grund fallen zusätzlich zu den Herstellungskosten eines Diamanten auch die Kosten der herkömmlichen Bestattung an. Zu diesen Bestattungskosten, kommen die Kosten für die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten hinzu. Das günstigste Angebot kostet rund 5.000 Euro für einen Diamanten von 0,4 Karat. Für einen Einkaräter muss man über 13.000 Euro zahlen.

Die Diamantbestattung ist eine ganz besondere und zuweilen auch extravagante Art der Beerdigung. Aber Sie ist eine schöne Art, seine lieben Verstorbenen bei sich zu tragen.