Wettbewerb „Neue Wege auf dem Friedhof“

Foto: Marc Bruxelle / Shutterstock.com

Viele Friedhofsverwaltungen sehen sich momentan mit veränderten gesellschaftlichen Anforderungen konfrontiert. Der Spagat zwischen zurückgehendem Flächenbedarf, vor allem aufgrund zunehmender Konkurrenzangebote außerhalb des Friedhofs, und gleichzeitig sich ändernder Ansprüche der Hinterbliebenen und anderer Friedhofsnutzer, stellt eine enorme Herausforderung dar. Die einen reagieren mit steigenden Gebühren, andere beispielsweise mit punktuellen, trendgerechten Insellösungen in Form von einzelnen Grabanlagen. Der Friedhof in seiner Gesamtheit mit seinen Traditionen und regionalspezifischen Besonderheiten gerät dabei manchmal aus dem Blickfeld.

Andernorts werden die veränderten Bedürfnisse der Friedhofsnutzer möglicherweise auch gar nicht berücksichtigt. Folge ist dann eine weiter sinkende Akzeptanz der Friedhöfe bei der Bevölkerung. Diese Negativentwicklung kann leichter durchbrochen werden, wenn neue Ideen für die Gestaltung und den Betrieb bürgernaher Friedhöfe entwickelt und in der Praxis umgesetzt werden. Ideen, die sich in die bestehenden Friedhöfe integrieren lassen, die ausbaubar sind, das Bedürfnis der Bevölkerung treffen und sich im Selbstverständnis des Friedhofes widerspiegeln.

Vor diesem Hintergrund hat die deutsche Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal (AFD) unter der Schirmherrschaft von Roland Schäfer, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, den bundesweiten Wettbewerb „Neue Wege auf dem Friedhof“ ausgerufen. Die Initiatoren des Wettbewerbs suchen also innovative und zukunftsfähige Ideen für konkrete Friedhöfe bzw. größere Friedhofsareale. Noch bis zum 28. Februar können Arbeitsgemeinschaften, die mindestens aus einer Friedhofsverwaltung und zwei Betrieben (z.B. Friedhofsgärtner, Steinmetze, Bestatter) bestehen, ihre kreativen Konzepte einsenden.

Bewertungsmaßstäbe im Wettbewerb



Die Wettbewerbsideen sollten möglichst folgende Kriterien erfüllen:
> nachweislich in das Gesamtkonzept des Friedhofes integriert sein (Beschreibung des Konzepts im Gesamtzusammenhang der Friedhofsgestaltung unter Berücksichtigung der aktuellen und zu erwartenden Entwicklungen, der örtlichen und zeitgeschichtlichen Gegebenheiten, z.B. Denkmalschutz)
> sich sinnvoll in die bestehende Angebotspalette einfügen
> den lokalen/regionalen und sozialen Gegebenheiten und dem Friedhofstyp entsprechen
> die regionale Bevölkerungsstruktur widerspiegeln (dabei sind auch Angebote für konfessionslose Menschen, andere Kulturen und Religionen zu berücksichtigen)
> den Bedarf und die Bedürfnisse der Friedhofsnutzer berücksichtigen (ein nachfrage- und bedürfnisorientiertes Bestattungsangebot darstellen)
> Körperbestattung und Urnenbeisetzungen ermöglichen
> Grabstättenkonzepte mit individuellen Grabzeichen für jede Grabstätte bevorzugen
> Trauerhandlungen am Grab ermöglichen
> innovativ sein und hohe gestalterische Qualität aufweisen
> Aufenthaltsqualität für Trauernde oder auch andere Friedhofsnutzer anstreben
> ausbaufähig und damit zukunftsfähig sein
> Öffentlichkeitsarbeit für das Konzept in Verbindung mit dem Gesamtfriedhof vorsehen
> gesellschaftliche Akzeptanz erwarten lassen
> sich nachweislich im Selbstverständnis des Friedhofs widerspiegeln (Beratung, Verkauf, Gebühren, Dienstleistungen).



Bewerbungen einreichen

Einzureichen ist eine begonnene oder fertige Planung bzw. Umsetzung für einen bzw. auf einem existierenden Friedhof in Form nachvollziehbarer Pläne und ggf. Modellen oder Fotos sowie ein ausführlicher Bewerbungstext, in dem die Umsetzung der gewünschten Anforderungen und der aufgelisteten Bewertungsmaßstäbe hinreichend erläutert sind. Die notwendigen Formulare stehen zum Download auf der Webseite www.natursteinonline.de zur Verfügung.

Verfahren und Preise



Die Jury bewertet anhand der eingereichten Unterlagen und in Bezugnahme auf die Bewertungsbereiche. Sie legt die Platzierungen und das jeweilige Preisgeld fest. Die Entscheidung der Jury ist endgültig. Der Wettbewerb ist insgesamt mit einem Preisgeld in Höhe von bis zu 20.000 Euro honoriert. Das Preisgeld soll für das jeweilige Projekt vor Ort eingesetzt werden. Die Preisverleihung findet am 4. Mai 2017 im Meistersaal des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin statt.

Nähere Informationen zum Wettbewerb und den Initiatoren: Friedhofswettbewerb