Traueranzeige von
Astrid Lindgren

14.11.1907 - † 28.01.2002

Die weltberühmte schwedische Schriftstellerin gehört mit einer Gesamtauflage von etwa 160 Millionen Büchern (Stand: Juni 2017) zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren der Welt. Ihre Werke sind in 101 verschiedenen Sprachen erschienen, damit gehört sie auch zu den meistübersetzten Autoren. Astrid Lindgren ist die geistige Mutter von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Madita, Kalle Blomquist, Karlsson vom Dach und den Kindern aus Bullerbü.

Zum Schreiben kam Lindgren in den 1920er-Jahren über ein Volontariat bei einer Lokalzeitung. In dieser Phase wurde auch ihr erster Sohn geboren, den sie jedoch in den ersten Jahren bei einer Pflegefamilie in Obhut geben musste. In den 1930er-Jahren heiratete sie und gebar zudem noch eine Tochter. Von 1937 an arbeitete Lindgren als Stenografin für einen schwedischen Kriminalistik-Professor sowie ab 1940 in der Abteilung für Briefzensur des schwedischen Nachrichtendiensts. Am 1. September 1939 – dem Tag, an dem der Zweite Weltkrieg begann – fing sie an, „Kriegstagebücher“ zu schreiben. Ihre geheime Arbeit beim Nachrichtendienst bis Kriegsende gewährte ihr tiefe Einblicke in die Kriegsereignisse auf der ganzen Welt.

Für ihre Tochter Karin erfand Astrid Lindgren 1941 die Geschichten über Pippi Langstrumpf. Bei einem Buchwettbewerb reichte sie 1945 ein überarbeitetes Manuskript von Pippi Langstrumpf ein und bekam den ersten Preis verliehen. Im gleichen Jahr stellte der Verleger, der den Wettbewerb ausgerufen hatte, Lindgren halbtags als Lektorin ein. Sie baute die Kinderbuchabteilung auf und arbeitete im Verlag bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1970. Pippi Langstrumpf wurde auch dort veröffentlicht. Insgesamt ist es Lindgrens am meisten verbreitetes Buch, es wurde in 70 Sprachen übersetzt. Viele weitere erfolgreiche Werke folgten in den kommenden Jahrzehnten.

1978 erhielt Lindgren als erste Kinderbuchautorin der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Schriftstellerin setzte sich zeitlebens aktiv für Menschenrechte, insbesondere auch für die Kinderrechte und den Tierschutz ein. Astrid Lindgren starb an den Folgen einer Virusinfektion im Alter von 94 Jahren in ihrer Stockholmer Wohnung, in der sie über 60 Jahre lang gelebt hatte. Bei der Gedenkfeier am 8. März 2002 nahmen neben dem schwedischen Königshaus und dem Premierminister hunderttausende Menschen auf der Straße teil. Ihre letzte Ruhestätte fand Lindgren in Vimmerby im südschwedischen Smaland.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 16. Todestages von Astrid Lindgren erstellt und ist der Schriftstellerin vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.