Traueranzeige von
August Macke

03.01.1887 - † 26.09.1914
Traueranzeige von August Macke
Selbstporträt mit Hut

Der berühmte deutsche Expressionist aus dem Umfeld des Blauen Reiters schuf zu Lebzeiten ein Werk, das sich unter dem Einfluss der vielfältigen Kunstströmungen der Zeit zunächst stilistisch rasch wandelte. Der persönliche Stil, zu dem er schließlich fand und der heute als typisch für August Macke empfunden wird, ist geprägt durch die Beschäftigung mit der Wirkung des Lichts und durch die Verwendung reiner, leuchtender, harmonierender Farben. Die Gemälde wirken heiter und leicht, alles Tragische ist ihnen fremd.

Macke begann 1904 eine Ausbildung an der Königlichen Kunstakademie Düsseldorf. Schon bald kritisierte er dort den starren Lehrplan und vor allem das fortwährende Zeichnen nach Gipsabgüssen. Er besuchte die Akademie nur noch gelegentlich und verließ sie vorzeitig im November 1906. Parallel belegte er ab 1905 für ihn anregendere Kurse an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule. Auf einer Reise nach Paris 1907 lernte Macke Gemälde des Impressionismus kennen, die ihn tief beeindruckten. Er beschloss daraufhin, bei einem deutschen Impressionisten seine Ausbildung zu ergänzen. Seine Wahl fiel auf Lovis Corinth, der an einer privaten Kunstschule in Berlin Kurse gab. Während des sechsmonatigen Studienaufenthaltes besuchte Macke zudem viele Berliner Museen.

1909 heiratete August Macke seine Frau Elisabeth Gerhardt. Das Ehepaar zog daraufhin an den Tegernsee südlich von München, wo Macke auch Franz Marc kennenlernte. Mit dem sieben Jahre älteren Maler verband ihn bald eine enge Freundschaft, oft tauschten sie sich zu künstlerischen Fragestellungen aus. Mitte 1911 beschlossen Marc und Wassily Kandinsky als Mitglieder der Neuen Künstlervereinigung München, eine eigene Publikation herauszubringen, den allerdings nur einmal erschienenen Almanach „Der Blaue Reiter“. Aufgefordert durch Marc beteiligte Macke sich an der Redaktion des Almanachs und steuerte den Aufsatz „Die Masken“ bei.

Als Ende 1911 die Redakteure des Almanachs aus der Künstlervereinigung austraten, um unter dem Namen „Der Blaue Reiter“ eigene Ausstellungen durchzuführen, schloss Macke sich an. In der ersten Ausstellung des Blauen Reiter, die 1911/12 zunächst in München, dann in Köln, Berlin, Hagen und Frankfurt gezeigt wurde, war Macke mit nur drei Gemälden (darunter „Der Sturm“ und „Indianer auf Pferden“) vertreten, durch die er sich unzureichend repräsentiert fühlte. Sein Verhältnis zum Blauen Reiter war immer ambivalent gewesen. Trotzdem beschickte er auch die zweite, von Februar bis April 1912 stattfindende Ausstellung des Blauen Reiter, hatte sich zu diesem Zeitpunkt aber künstlerisch von der Gruppe bereits distanziert.

In seinen Bonner Jahren und später am Thunersee in der Schweiz entwickelte Macke immer mehr seinen eigenen Stil. Leider war ihm insgesamt aber kein langes Leben beschieden. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Macke zum Wehrdienst eingezogen. Er fiel am 26. September 1914 im Alter von 27 Jahren an der Westfront bei Perthes-lès-Hurlus in der Champagne. Macke wurde auf dem Soldatenfriedhof von Souain in einem Sammelgrab bestattet.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des 100. Todestages von August Macke erstellt und ist dem Maler vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.