Traueranzeige von
Hildegard Hamm-Brücher

11.05.1921 - † 07.12.2016
Traueranzeige von Hildegard Hamm-Brücher
Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53915904

Die ehemalige FDP-Politikerin war für viele so etwas wie die „Grande Dame“ der Liberalen in Deutschland. Unter Bundeskanzler Helmut Schmidt war sie von 1976 bis 1982 Staatsministerin im Auswärtigen Amt und 1994 Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. Am 7. Dezember 2016 verstarb sie im hohen Alter von 95 Jahren in München. Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte sie als „herausragende Demokratin“.

1921 in Essen geboren, verlor sie mit zehn bzw. elf Jahren ihre Eltern und wuchs mit vier Geschwistern bei der Großmutter auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie zunächst als Journalistin tätig, ging dann aber früh in die Politik. 1948 zog sie als jüngste Abgeordnete der Liberalen in den bayerischen Landtag ein. Dort kümmerte sie sich vor allem um die Bildungspolitik und legte sich mit der CSU an. Hamm-Brücher profilierte sich zusehends und wurde 1963 in den Bundesvorstand der FDP gewählt, von 1972 bis 1976 war sie stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei. Zwischen 1985 und 1991 war sie erneut Bundesvorstandsmitglied.

1976 wechselte Hamm-Brücher in die damalige Bundeshauptstadt Bonn. Auch dort erwies sie sich als eine prinzipientreue Kämpferin in der sozialliberalen Koalition als Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Der Koalitionsbruch führte zum ersten Zerwürfnis zwischen Hamm-Brücher und ihrer Partei. Ihren letzten großen Auftritt auf politischer Bühne hatte die liberale Politikerin 1994 als Präsidentschaftskandidatin der FDP. Doch ihre Partei votierte im letzten Wahlgang für den Unionskandidaten Roman Herzog.

1998 trat die Hamm-Brücher zunächst aus der bayerischen FDP aus - einen Tag, nachdem sich die Münchner Liberalen zu einer Koalitionsaussage für die CSU entschieden hatten. Vier Jahre später kam es auch zum Zerwürfnis mit der Bundespartei. Am 22. September 2002 trat sie nach 54 Jahren Mitgliedschaft aus der FDP aus. Sie begründete dies mit der „Annäherung der FDP an die anti-israelischen und einseitig pro-palästinensischen Positionen ihres Parteikollegen Jürgen Möllemann.

Dieses Trauerprofil wurde anlässlich des Todes von Hildegard Hamm-Brücher erstellt und ist der Politikerin vom gesamten ASPETOS-Team gewidmet.