Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross

Elisabeth Kübler-Ross wusste vermutlich mehr über den Tod als irgendein anderer Mensch: Das Standardwerk „On Death and Dying“ (deutsch: „Interviews mit Sterbenden“) aus dem Jahr 1969, für das sie mit mehr als 200 Sterbenden sprach, hat sie als Wissenschaftlerin mit Mut und Mitleid ausgewiesen und dafür gesorgt, dass Menschen in ihren letzten Tagen in Krankenhäuser der USA und darüber hinaus nicht mehr in Badezimmern oder Fluren versteckt werden, bis es vorüber ist. Die gebürtige Schweizerin, die fast ein halbes Jahrhundert in den USA lebte, widmete den größten Teil ihres Lebens der emotionalen Betreuung von Sterbenden.

Es gibt keinen Tod
Sie selbst glaubte, dass es eigentlich gar keinen Tod gibt. Eine ganze Reihe weiterer Bücher der Autorin vertiefte das Thema. Sie selbst hatte in ihren letzten Jahren nach mehreren Schlaganfällen ihren Tod herbeigesehnt. In der Abgeschiedenheit der Wüste von Arizona lebte sie einsam und oft unter großen Schmerzen. Angst vor dem Tod hatte die Psychiaterin auch im Alter nicht: „Sterben – das ist, als würde man bald in die Ferien fahren. Ich freue mich schon unheimlich“, sagte sie einmal. Sie war überzeugt, dass sie „auf der anderen Seite“ alle Menschen wiedertreffen würde, die sie geliebt hatte.

Auf ihre Initiative hin wurden in den USA die ersten so genannten „Hospices“ eingerichtet, in denen Menschen auf ihrem letzten Stück Weg, bis zu ihrem Tod liebevoll gepflegt werden. Auch das in Washington gegründete „Childrens Hospital International“ für todkranke Kinder geht auf ihr Engagement zurück. Ihre 24 Bücher wurden in zwanzig Sprachen übersetzt und erschienen in millionenfacher Auflage.
Sie vertrat – belächelt von den meisten Fachkollegen und gläubig verehrt von ihren Bewunderern – die These, dass es überhaupt keinen Tod gibt.