Todesanzeigen früher und heute

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Trauer

„Ich lese jeden Morgen die Todesanzeigen in der Zeitung, wenn mein Name nicht dabei steht, dann mache ich einfach weiter wie bisher“, sagte im vergangenen Jahrhundert der berühmte amerikanische Jazz-Musiker Dizzy Gillespie und brachte damit die Bedeutung der Todesanzeigen humorvoll auf den Punkt.

Es gibt ein natürliches Interesse des Menschen sich über das Ableben seiner Mitmenschen zu informieren. Bevor sich die Anzeige in gedruckter Form durchsetzte, überbrachten Totenfrauen, die von Haus zu Haus gingen, die Nachricht, nachdem das Sterbe-Glöcklein als erstes Zeichen geläutet wurde. In manchen Dörfern war es auch die Aufgabe des Geistlichen von Haus zu Haus zu gehen und über Todesfälle zu informieren.

Dass Todesanzeigen regelmäßig in der Zeitung erscheinen, war eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Anfänglich wiesen Todesanzeigen ausschließlich auf den Tod von Geschäftsleuten hin und hatten die Funktion die Geschäftswelt auf Veränderungen hinzuweisen: Kunden oder Gläubiger wussten durch diese kleinen Anzeigen im Wirtschaftsteil der Zeitung, dass sie sich von nun an in geschäftlichen Angelegenheiten an die Erben oder Nachbesitzer wenden müssen. Den heute gängigen schwarzen Trauerrand, Symbole und Sprüche gab es damals nicht, sie entwickelten sich erst viel später.

Von der Familie verfasste, private Todesanzeigen ohne geschäftlichen Hintergrund galten lange Zeit als „unschicklich“. Diese Einstellung änderte sich aber im Laufe der Zeit wie man heute sieht. Von der Geschäftswelt weitete sich der Brauch auf die Oberschicht aus und setzte sich schlussendlich generell gegenüber der mündlichen Übermittlung durch. Die Anzeige in gedruckter Form hatte einfach den Vorteil, in kürzester Zeit viel mehr Adressaten zu erreichen. Heute wird die Mehrheit der Anzeigen von der Trauerfamilie verfasst, auch Betriebe informieren über das Ableben von Mitarbeitern und bringen so ihre Wertschätzung und Betroffenheit zum Ausdruck. Die Rubrik „Todesanzeigen“ ist zur meist gelesensten Rubrik der Tageszeitungen geworden. Sie informiert heute nicht nur über das Ableben einer Person, sondern auch über die Termine der Trauerfeierlichkeiten und die speziellen Wünsche der Familie bzw. des Verstorbenen. Sie dient zudem als Mittel der Distanzhaltung zwischen den Hinterbliebenen und den Benachrichtigten und leitet die für die Trauerzeit üblichen Umgangsformen wie das Beileid-Wünschen oder das Abstandhalten ein. Außerdem schützt sie die Familie: Die Öffentlichkeit bekommt das Signal, mit dieser Familie behutsam umzugehen und sich dem Ausnahmezustand, in dem sich die Familie befindet, entsprechend zu verhalten.

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Gedenkseite von David Riedl auf aspetos.at

Ermöglichte die Todesanzeige in der Zeitung größere Publizität, so ist heute das Internet ein wichtiges Medium für eine weltweite Kundgebung. Todesanzeigen nur in Tageszeitungen zu schalten, entspricht nicht mehr der viel breiteren Vernetztheit von Personen und der Verstreuung von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten über die ganze Welt. Tageszeitungen erreichen lokal nur eine sehr eingeschränkte Öffentlichkeit.

Im Internet ermöglichen außerdem interaktive Funktionen ganz neue Möglichkeiten: Auf unserer Trauerplattform www.aspetos.at können Gedenkkerzen entzündet und Online-Kondolenzbuch-Einträge vorgenommen werden. Jede Todesanzeige, welche auf aspetos.at gestellt wird, kann zu einer Gedenktafel ausgeweitet werden: Fotos, Texte und natürlich auch Filme können hochgeladen und freigeschalten werden.

“Für mich war die Gestaltung der Parten zum Jahrestag ein
wirklich hilfreicher Schritt”, schrieb mir die Mutter von David Riedl letzte Woche. Zum Jahrestag gestaltete sie mit ihrer Familie und Freunden die wunderschöne Gedenktafel, die sie für alle freigegeben hat:

http://www.aspetos.at/de/traueranzeige/David_Riedl_______1.JAHRESTAG

17.000 Besucher pro Tag und über 500.000 im Monat verwenden mittlerweile diese neue Plattform und ihr weiterführendes Service wie das kostenlose TrauerForum, den Bestattungs- und Trauerratgeber sowie das Newsmagazin. Tendenz steigend!