Handlungspflichten

Bürokratische Formalitäten

Ein Todesfall ist ein schlimmer Schicksalsschlag für die Hinterbliebenen. Bei aller Trauer müssen Angehörige und Erben jedoch in den ersten Tagen nach dem Tod einige bürokratische Formalitäten erledigen. Wir empfehlen, sich eine Checkliste zu machen und sich bei Freunden, Bekannten und Verwandten Unterstützung zu holen.

 

 

Gesetzliche Handlungspflichten

Der Staat verpflichtet bei einem Todesfall die nächsten Angehörigen – also im Normalfall die Kinder, Ehegatten, Geschwister oder Eltern des/der Verstorbenen – dazu, die komplette Abwicklung der Bestattung in die Hände zu nehmen. Theoretisch kann diese Verantwortung auch auf Enkel, Großeltern oder andere entferntere Angehörige übergehen.

Bei einem Todesfall in einem privaten Wohnhaus müssen Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt verständigen, die/der die Totenbeschau vornimmt. Sie sollten auch gleich mit einem Bestattungsunternehmen Kontakt aufnehmen, um weitere Schritte zu veranlassen. Dazu gehört auch die Anzeige des Todes beim Standesamt. Das dort ausgehändigte Formular und die darin enthaltene Todesbescheinigung sind Voraussetzung für die Eintragung im Sterbebuch und für die professionelle Durchführung der Bestattung. Ist der Todesfall in einem Krankenhaus oder in einem Pflegeheim eingetreten, wird die Totenbeschau durch eine Ärztin oder einen Arzt vor Ort durchgeführt. Die Leitung der Einrichtung kümmert sich auch um die Anzeige des Todesfalls beim Standesamt.

Nach der ärztlichen Freigabe des Leichnams kann die/der Tote zum Friedhof gebracht und dort in einem eigenen Raum im geschlossenen Sarg aufgebahrt werden. In ländlichen Gegenden ist es manchmal noch üblich, die Verstorbenen zu Hause oder in der Kirche aufzubahren. Ob dies tatsächlich zu Hause möglich ist, hängt vom jeweiligen Landesgesetz (Bestattungsgesetz) und eventuell von entsprechenden Gemeindeverordnungen ab.

 

Behördengänge

Nach der ärztlichen Totenbeschau und spätestens am nächsten Werktag nach dem Todesfall muss die entsprechende Anzeige beim Standesamt durchgeführt werden. Den Gang zum Standesamt übernimmt zu Ihrer Entlastung häufig der Bestatter. Im Standesamt wird die Urkunde über einen Sterbefall bzw. der Registerauszug Tod ausgestellt. Letzterer enthält Daten zur/zum Verstorbenen und zum hinterbliebenen Ehegatten oder eingetragenen Partner.

Ein Todesfall muss außerdem noch bei einigen weiteren Behörden und Ämtern gemeldet werden, nämlich beim Finanzamt, beim Sozialamt und möglicherweise bei der entsprechenden Religionsgemeinschaft, beim Grundbuchsgericht, bei den Kfz-Zulassungsbehörden, beim Firmenbuchgericht und bei der Gewerbeverwaltung. Dies ist natürlich abhängig von den genauen Lebensumständen der verstorbenen Person. 

 

Finanz- und Versicherungsfragen

Sie müssen bei Rententrägern, Versicherungen, der Krankenkasse und auch beim Verlassenschaftsgericht den eingetreten Tod mit der Sterbeurkunde belegen. Innerhalb von 24 bis 72 Stunden (je nach Vertrag) sollten Lebensversicherungen, die Unfallversicherung und die Krankenversicherung des Verstorbenen über den Tod in schriftlicher Form informiert werden. Vergessen Sie auch nicht, so schnell wie möglich evtl. zustehende Witwen-/Witwerrenten beim Amt zu beantragen.

Der Todesfall muss auch bei den Geldinstituten, mit denen die/der Verstorbene Verträge abgeschlossen hat, gemeldet werden. Dafür sind die verfügungsberechtigten Erbinnen/Erben zuständig. Dazu genügt ein formloses Schreiben (oder ein persönlicher Besuch in der Bank), wobei die Sterbeurkunde bzw. der Registerauszug Tod vorgelegt werden müssen. Im Normalfall werden Konten und Sparbücher der/des Verstorbenen, soweit es keine weiteren Kontoinhaber/innen gibt, bis zum Abschluss des Verlassenschaftsverfahrens gesperrt. Bei Gemeinschaftskonten wird meist vermerkt, dass eine Inhaberin bzw. ein Inhaber verstorben ist, die andere Person kann jedoch weiterhin darüber verfügen.

 

Wie erfährt die Bank über einen Todesfall?

Banken und Sparkassen erfahren nicht automatisch vom Tod ihres Kunden. Diese Aufgabe müssen die Erben übernehmen. Weder das Nachlassgericht, noch das Finanzamt oder eine sonstige Behörde teilen Geldinstituten einen Todesfall mit.

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