Baumbestattung in Deutschland

Was ist eine Baumbestattung?

Baumbestattungen (auch Waldbestattungen genannt) sind eine moderne, aber durchaus würdevolle Art der Bestattung. Sogenannte Bestattungswälder wurden 1999 in der Schweiz auf Initiative von Ueli Sauter erstmals genehmigt. Die besonders naturnahen Beisetzungsorte finden auch in Deutschland und Österreich immer mehr Anhänger. Dementsprechend genehmigen die Behörden auch vermehrt speziell ausgewiesene Areale von Anbietern wie FriedWald oder RuheForst, die als öffentlich-rechtliche Friedhöfe gelten.

Baumbestattungen fallen unter die Kategorie Naturbestattung. Sie werden manchmal auch als ökologische Bestattungen bezeichnet. Genau genommen zählen sie auch zu den Feuerbestattungen, denn im Vorfeld wird der/die Verstorbene eingeäschert und anschließend in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Diese Bio-Urnen sind in der Regel entweder aus einem Kunststoff, der auf Maisstärke und Flüssigholz basiert, oder aus normalem Holz.

Speziell für Menschen, die zu Lebzeiten sehr naturverbunden waren und gerne in Wäldern beim Spazieren Entspannung gesucht haben, ist der Gedanke sehr verlockend, in einem Wald die letzte Ruhestätte zu finden. Der Baum verkörpert idealtypisch die Kraft der Natur. Die Asche der/des Verstorbenen kehrt nach der Beisetzung wieder in den Schoß der Natur zurück, was für viele dem ewigen Kreislauf des Lebens entspricht.

 

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Pro und Contra einer Baumbestattung

Wie auch bei anderen Bestattungsarten sollten Sie sich bei der Festlegung möglichst an den Wünschen des Verstorbenen orientieren. War er ein echter Naturfreund? Dann könnte eine Waldbestattung genau das Richtige sein.

Als kleine Entscheidungshilfe haben wir für Sie die Vor- und Nachteile einer Baumbestattung zusammengefasst.

 

Was spricht für eine Baumbestattung?

Alternative Bestattungsform

Wer sich mit den traditionellen Bestattungsritualen nicht richtig wohl fühlt und die althergebrachten Gepflogenheiten auf Friedhöfen eher kritisch beäugt, dürfte bei einer Waldbestattung nicht nur der frischen Luft wegen erleichtert aufatmen. Hier finden Beisetzung und Trauerfeier einen ungewöhnlichen, besonders naturnahen Rahmen.

Grabstätte vergleichsweise günstig

Die Grabstelle zwischen den Wurzeln eines Baumes ist im Normalfall preiswerter als ein Friedhofsgrab, vor allem wenn es sich um Gemeinschaftsbäume handelt. Das liegt einerseits daran, dass viele Kostenpunkte (teurer Sarg, Grabstein, Blumengesteck etc.) wegfallen. Zum anderen ist auch der Preis für eine Grabstelle günstiger als auf dem Friedhof, die man für einen kürzeren Zeitraum teurer mieten muss.

Wie teuer ist eine Baumbestattung?

Die genauen Kosten für eine Baumbestattung sind abhängig von den Wünschen und Qualitätsvorstellungen der Hinterbliebenen. Auch regionale Preisunterschiede spielen eine Rolle, ebenso die Frage, ob ein kommunaler (Wald-)friedhof oder ein kommerzieller Anbieter (wie z.B. FriedWald oder RuheForst) ausgewählt wird.

Keine Grabpflege

Die Grabpflege liegt in diesem Fall in der Hand der Natur. Diesen Aufwand müssen Sie also nicht bedenken.

Mehr Zeit bis zur Beisetzung

Der Zeitraum zwischen Todesfall und Beisetzung ist bei Waldbestattungen deutlich länger. Durch den zusätzlichen Prozess der Einäscherung und die damit verbundene, gesetzlich vorgeschriebene zweite Leichenschau dauert es länger, bis Ihr Bestatter die Urne erhält. In der belastenden Trauerphase mit vielen Stressfaktoren kommt dies vielen Hinterbliebenen durchaus entgegen.

Offen für jede Religion

Bestattungswälder werden nicht von kirchlichen Einrichtungen betrieben. Menschen jeder Religion können sich daher für eine Beisetzung im Baumgrab entscheiden. Die Trauerfeier kann, aber muss keine religiösen Rituale enthalten. Das wiederum ist vor allem für Menschen ansprechend, die sich keiner Religion zugehörig fühlen oder nicht gläubig sind.

 

Was spricht gegen eine Baumbestattung?

Kein Grabstein und keine Blumen

Eine Waldbestattung ist ein ganzes Stück anonymer als eine übliche Erdbestattung. Das liegt am fehlenden Grabstein. An den Bäumen wird normalerweise nur ein kleines Schild mit Namen und Daten der Verstorbenen angebracht, um den natürlichen Charakter der Umgebung nicht zu stören. Auch Blumenschmuck und Kränze sind bei der Beisetzung nicht vorgesehen. Dafür ist es in der Regel immerhin möglich, Blütenblätter, Steine oder selbstgemalte Bilder auf Papier in das Grab zu geben. Grablichter sind wegen der Brandgefahr nicht zugelassen.

Eingeschränkte Auswahl

„Normale“ Friedhöfe gibt es viele, dagegen sind Bestattungswälder oder auch Waldfriedhöfe immer noch relativ selten. Dadurch kann es passieren, dass Sie längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen.

Fehlendes Zeremoniell

Wer die Erhabenheit einer geschmückten Trauerhalle oder Kapelle und den traditionsreichen Rahmen des gemeinschaftlichen Abschiednehmens schätzt, hat möglicherweise Schwierigkeiten, sich mit der eher schlichten Beisetzung in einem Wald anzufreunden.

 

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Wie verläuft eine Baumbestattung?

Eine Waldbestattung, kann erst nach einer Feuerbestattung erfolgen. Nach der Feststellung des Todes und der Leichenschau (Totenbeschau) geben Sie eine Feuerbestattung beim Bestatter in Auftrag und wählen einen Ort für die Waldbestattung aus. Dann wird der Verstorbene in einem Krematorium eingeäschert. Anschließend wird die Asche in eine Aschekapsel gefüllt, die wiederum in eine biologisch abbaubare Schmuckurne gegeben wird. Der Bestatter kümmert sich in der Folge um die Überführung der Urne zum ausgewählten Waldfriedhof. Die dortige Beisetzung ähnelt der einer Urnenbestattung auf dem Friedhof. An der Begräbnisstelle findet eine individuelle Trauerfeier mit Gedenkrede statt, bevor die Urne im Wurzelbereich des ausgewählten Baumes beigesetzt und später mit Erde bedeckt wird.

Bei der Bestattung auf dem Grund von privatwirtschaftlichen Anbietern wie RuheForst oder FriedWald steht es Ihnen oftmals frei, die Urne selbst zur Grabstätte zu tragen. Alternativ kann natürlich der Bestatter oder ein Mitarbeiter der örtlichen Anlage diese Aufgabe übernehmen.

 

Fragen zum Ablauf einer Baumbestattung

Wie läuft eine Baumbestattung ab?

Bevor es überhaupt zu einer Baumbestattung kommen kann, muss zunächst der Leichnam in einem Krematorium eingeäschert werden. Nach der Kremierung wird die Asche in einer biologisch abbaubaren Aschekapsel zum ausgewählten Friedhof oder Bestattungswald überführt. Dort findet dann die eigentlich Beisetzung statt, auch in diesem Fall meist mit einer individuellen Trauerfeier.

Wie läuft eine Bestattung im FriedWald ab?

Am Tag der Beisetzung empfängt ein sogenannter FriedWald-Förster die Trauergesellschaft vor dem Eingang zum FriedWald-Areal. Dieser Mitarbeiter hat die Urne entweder schon bei sich oder der zuständige Bestatter ist damit vor Ort. Die Urne kann dann entweder vom FriedWald-Förster oder von den Angehörigen zum Baumgrab getragen werden. Dort findet schließlich noch eine kleine Trauerzeremonie statt. 

 

Verschiedene Arten von Baumgräbern

Bei Baumgräbern können Sie zwischen Einzelbäumen für eine Person, Partnerbäumen für zwei, Familienbäumen mit mehreren Grabplätzen und Gemeinschaftsbäumen wählen, an denen Verstorbene unterschiedlicher Herkunft beigesetzt werden. Einige Waldfriedhöfe bieten optional an, dass an der Grabstelle ein Schild mit Name, Geburts- und Sterbedatum des/der Verstorbenen angebracht wird. Grabsteine sind nicht vorgesehen. Andere wollen, dass der Wald möglichst naturbelassen bleibt und ermöglichen daher keine Beschilderung der Bäume. Auch die Grabpflege bleibt meist der Natur überlassen, abgesehen von den üblichen Pflegemaßnahmen der Betreiber.

 

Orte für Baumbestattungen

Wegen des Friedhofzwangs in Österreich und Deutschland bestehen insgesamt noch relativ wenige Möglichkeiten, Baumbestattungen durchzuführen. Die Nachfrage danach steigt allerdings, daher werden entsprechende Angebote auch immer weiter ausgebaut. Professionelle Anbieter für Waldbestattungen sind in Deutschland z.B. FriedWald und RuheForst. Bei ersterem findet die Beisetzung nur unter Bäumen statt, bei letzterem kommen auch Sträucher oder moosüberzogene Baumstümpfe in Frage. Zunehmend werden auch auf klassischen Friedhöfen, insbesondere städtischen Waldfriedhöfen, Sektionen für Baumgrabstätten geschaffen, sogenannte Waldgräber oder Baumfelder.

 

Wie teuer ist eine Baumbestattung?

Die Kosten einer Baumbestattung sind regional recht unterschiedlich, je nach Wahl des Ruheforstes oder Waldfriedhofes. Sie sind zunächst einmal deckungsgleich mit den Kosten einer Feuerbestattung. Hinzu kommen noch eine Beisetzungsgebühr und die Ausgaben für den gewählten Baum. Einzel- und Partnerbäume sind dabei deutlich kostspieliger als Gemeinschaftsbäume. Auch die Lage des Baumes kann einen Unterschied machen. Dafür entfallen die Kosten der Grabpflege sowie die laufenden Friedhofsgebühren.

Auf Waldfriedhöfen kann man im Durchschnitt mit 2.500 bis 3.000 Euro an Kosten rechnen. Einen Platz beim Anbieter FriedWald gibt es nach den aktuellen Tarifen ab 490 Euro, einen Baum können Sie ab 2.490 Euro erwerben. Diese Kosten beinhalten das jeweilige Nutzungsrecht, den Eintrag in das Baumregister, den Lageplan des Baumes im FriedWald und die FriedWald-Urkunde als Grabnachweis. Dazu kommen noch die Beisetzungskosten in Höhe von derzeit 350 Euro. Diese umfassen die Graböffnung und -schließung sowie die biologisch abbaubare FriedWald-Urne.

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