Erdbestattung in Deutschland - Infos, Ablauf, Kosten

Was ist eine Erdbestattung?

Die Erdbestattung – im Volksmund kurz Beerdigung genannt – wird in Fachkreisen auch als Inhumation bezeichnet. Die Beisetzung des Leichnams in einem Holzsarg im Erdreich wird schon seit Jahrtausenden praktiziert und ist weltweit im Christentum, im Islam und im Judentum als Bestattungsform am meisten verbreitet. Erdbestattungen müssen in Deutschland  und Österreich auf einem Friedhof oder einem als Friedhof gewidmeten eingefriedeten Grundstück erfolgen. Vor der Beerdigung findet oft noch eine Trauerfeier statt. Im Anschluss an die Beisetzung dient das persönlich gestaltete Erdgrab als Trauer- und Gedenkort für die Angehörigen.

 

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Pro und Contra einer Erdbestattung

Natürlich sollten Sie bei der Frage nach der Bestattungsart möglichst die Wünsche des Verstorbenen berücksichtigen. Sind jedoch keine Präferenzen bekannt, dann müssen Sie gemeinsam im engsten Kreis entscheiden. Um Ihnen dies zu erleichtern, haben wir für Sie die Vor- und Nachteile einer Erdbestattung zusammengefasst.

 

Was spricht für eine Erdbestattung?

Traditionsgründe

Eine Beisetzung in der Erde hat vor allem im Christentum, im Islam und im Judentum eine Jahrtausende alte Tradition. Der Leichnam wird vollständig erhalten beerdigt und zerfällt mit der Zeit wieder zu natürlichen Bestandteilen. Insbesondere für gläubige und traditionsbewusste Menschen führt an der Erdbestattung daher kaum ein Weg vorbei.

Offene Aufbahrung

Am Tag der Bestattung ist ein Abschied direkt am Sarg möglich. Das ist für viele Menschen eine besonders persönliche Art der Verabschiedung. Auch viele Trauerbegleiter raten dazu, diese Gelegenheit zum Abschied nehmen zu nutzen, um den Tod leichter zu verarbeiten.

Stätte der Erinnerung

Eine gepflegte und persönlich gestaltete Grabstätte auf einem Friedhof íst für die Hinterbliebenen eine schöne Stätte der Erinnerung. Der Friedhof und das Grab fungieren für die Trauernden als fester Ort des Gedenkens und zum besseren Verarbeiten des Geschehenen.

Natürlicher Kreislauf

Für viele Angehörige ist der natürliche Verwesungsprozess („Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“) ein wichtiger Aspekt in der Trauerverarbeitung. Sie finden den Gedanken tröstlich, dass der Verstorbene langsam in der Erde wieder Teil der Erde wird.

 

Was spricht gegen eine Erdbestattung?

Hohe Kosten fürs Begräbnis

Mit der Überführung des Leichnams, den Sargkosten und der oftmals aufwändigen Trauerfeier mit anschließendem Leichenschmaus gehört die traditionelle Erdbestattung eindeutig zu den teuersten Bestattungsarten.

Hohe Kosten für Friedhof, Grabstein und Grabpflege

Die Bestattung ist der eine wichtige Kostenfaktor, doch dabei bleibt es nicht. Auf die Hinterbliebenen kommen später noch weitere Ausgaben zu: Friedhofsgebühren, Grabnutzungsrecht, der vom Steinmetz angefertigte Grabstein und in der Folge die laufende Grabpflege schlagen nicht selten mit mehreren Tausend Euro zu Buche.

Platznot auf dem Friedhof

Insbesondere in wachsenden Städten kann es schwierig sein, einen Grabplatz zu finden. Die meisten bestehenden Gräber werden in puncto Nutzungsdauer verlängert, neue Gräber kommen hinzu, doch die Friedhöfe können nur selten erweitert werden, auch wegen der steigenden Grundstückspreise. Daher besteht in städtischen Friedhöfen oftmals Platzmangel.

Mehr Zeitdruck

Der/die Verstorbene muss laut Gesetz binnen weniger Werktage (maximal 10, wobei es regionale Unterschiede gibt) beigesetzt werden. In dieser kurzen Zeit müssen Sie viele wichtige Entscheidungen treffen und die Beerdigung inklusive Trauerfeier in die Wege leiten. Bei einer Feuerbestattung bleibt Ihnen dafür einiges mehr an Zeit, weil zunächst die Kremierung vorgenommen werden muss.

 

Wie verläuft eine Erdbestattung?

  1. Falls Sie über uns eine Erdbestattung in die Wege leiten, wird der Leichnam der/des Verstorbenen als erstes vom beauftragten ASPETOS-Partner-Bestattungsunternehmen abgeholt und überführt. Anschließend kümmert sich der Bestatter vorbereitend um die hygienische Versorgung, also das Waschen und Ankleiden der/des Verstorbenen, für die Trauerfeier und die Beisetzung des Sarges.
  1. In enger Absprache mit Ihnen plant der Bestatter dann den kompletten Ablauf der Trauerfeier. Die meist halbstündige Zeremonie findet entweder in einer Kirche, in einer Friedhofskapelle, einer Trauerhalle oder direkt am Grab statt. Ein gerahmtes Bild des Verstorbenen, das vor oder auf dem Sarg steht, verleiht der Trauerfeier oft eine sehr persönliche Note. Die Trauerhalle oder Kapelle ist außerdem meist mit Kränzen, Grabsträußen, Herzen und anderem Blumenschmuck dekoriert, die nach der Bestattung auf das Grab gelegt werden.
  1. Ein wichtiger Programmpunkt der Trauerfeier ist die Trauerrede zum Gedenken. Sie wird entweder von den Angehörigen selbst, einem geistlichen Kirchenvertreter oder einem professionellen Trauerredner gehalten und würdigt oftmals wichtige Eckpunkte im Leben des Verstorbenen. Zwischendurch wird die Trauerfeier auch immer von Musik begleitet. Die ausgewählten Stücke sollten nach Möglichkeit die Vorlieben des Verstorbenen widerspiegeln.
  1. Nach der Trauerfeier begleitet die Trauergemeinde die Sargträger bis zur Grabstelle, wo der Sarg nach einer kurzen Grabrede und einem Gebet hinabgelassen wird und Kränze und Blumenschmuck abgelegt werden. Dann treten die anwesenden Trauergäste nacheinander meist ans offene Grab, um sich persönlich mit Worten und Gesten zu verabschieden. Anschließend drücken sie den engsten Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Dieses gemeinsame Abschied nehmen ist für viele ein wichtiges Ritual beim Trauern.
  1. Zu guter Letzt versammelt sich üblicherweise noch ein Teil der Trauergemeinde zu einem Leichenschmaus in einem Lokal in der Nähe, um dort der/dem Verstorbenen noch einmal bei einem gemeinsamen Essen zu gedenken.

 

Was muss ich bei einer Bestattung auf dem Friedhof beachten?

Während einer Bestattung sollten Sie sich möglichst diskret und zurückhaltend verhalten. In Deutschland ist schwarze bzw. dunkle Kleidung bei Trauerfeiern üblich, um Trauer und Mitgefühl auszudrücken. Frauen sollten auf starkes Make-up oder auffälligen Schmuck besser verzichten. Was die Sitzordnung bei der Trauerfeier angeht, so sind die vordersten Bänke für die Familie reserviert, enge Freunde sitzen dahinter, weitere Bekannte füllen die übrigen Reihen auf. Auch beim Geleit zur letzten Ruhestätte wird die Reihenfolge der Sitzordnung eingehalten. Während des Leichenzugs schweigt man, Gespräche oder auch die Benutzung des Handys sind tabu. Nach der Grablegung kann man den engen Angehörigen noch persönlich das Beileid aussprechen – außer sie haben im Vorfeld darum gebeten, von Beileidsbekundungen abzusehen.

 

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Wie teuer ist eine Erdbestattung?

Bei einer Erdbestattung muss man mehrere Kostenfaktoren im Auge behalten – die Kosten für die Bestattung selbst, die Friedhofsgebühren für ein Wahl- oder Reihengrab sowie die Kosten für einen Grabstein. Nicht zu vergessen: die laufende Grabpflege. Die Leistungen des Bestattungsinstituts wie Überführung und Versorgung des Verstorbenen, Organisation der Trauerfeier und des Sarges fallen immer an. Friedhofsgebühren werden für die Bereitstellung und die Nutzung des Grabes erhoben. Ein Steinmetz fertigt einige Zeit nach der eigentlichen Beisetzung den gewünschten Grabstein an und stellt ihn auf.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt muss sich jemand um die laufende Pflege des Grabs kümmern. Hierbei ist auch zu bedenken, dass die Grabpflege für ein Wahlgrab besonders aufwändig ist, da es meist viel größer ist als ein Reihengrab oder ein anonymes Grab. Zahlreiche Angehörige kümmern sich selbst um die Grabpflege – zumindest wenn sie in der Nähe des Friedhofs leben. Alternativ kann man aber auch eine Friedhofsgärtnerei mit der Grabpflege beauftragen.

Alles in allem lässt sich sagen: Erdbestattungen sind tendenziell teurer als Feuerbestattungen. Das hängt vor allem damit zusammen, dass durch den größeren Flächenbedarf auch entsprechend höhere Friedhofsgebühren anfallen und dass hochwertige Särge insgesamt meist kostspieliger sind als simple Verbrennungssärge und Urnen zur späteren Aufbewahrung der Asche.

Wie viel kostet die günstigste Beerdigung?

Die Kosten einer Beerdigung sind abhängig von den Wünschen und Qualitätsvorstellungen der Hinterbliebenen. Aber auch regional sind Unterschiede festzustellen. Die Gesamtausgaben beginnen üblicherweise bei etwa 2.000 Euro, in diesem preisgünstigen Fall handelt es sich um eine anonyme Bestattung mit vorheriger Einäscherung.

Wie viel kostet eine normale Beerdigung?

Eine konventionelle Beerdigung kostet in Deutschland durchschnittlich etwa 7.900 Euro. Darin enthalten sind die Friedhofsgebühren, die Bestatterleistungen, die Ausgaben für Grabstein, Sarg bzw. Urne sowie für die Trauerfeier.

 

Verschiedene Gräber für Erdbestattungen

Bei einer Erdbestattung können Sie zwischen Wahlgräbern, Reihengräbern und anonymen Gräbern wählen. Auch Gruften und Mausoleen sind theoretisch eine Option.

  • Wahlgrab: Hier haben die Angehörigen die Möglichkeit, Lage und Größe des Grabes selbst zu wählen. Außerdem können sie das Nutzungsrecht für das Grab nach Ablauf der ersten Ruhezeit verlängern. Wahlgräber können ein-, zwei- oder mehrstellig sein. Das heißt, es können je nachdem ein oder mehrere Verstorbene in einer Grabstätte beigesetzt werden. Zweistellige Wahlgräber werden oft auch „Doppelgräber“ genannt und häufig von Paaren erworben. Die Särge in Doppelgräbern werden entweder nebeneinander oder übereinander platziert. Mehrstellige Wahlgräber bieten sich insbesondere für Menschen an, die neben ihren Angehörigen bestattet werden wollen.
  • Reihengrab: Im Gegensatz zum Wahlgrab ist beim Reihengrab der Standort vorgegeben, der Preis für das Einzelgrab ist allerdings auch günstiger. Eine Verlängerung der Nutzungszeit ist im Normalfall nicht möglich, weil das gesamte Grabfeld immer wieder neu eingeebnet wird.
  • Wiesengrab: Manche Friedhöfe bieten auch Wiesengräber an, bei denen auf eine individuelle Gestaltung mit Grabstein und Bepflanzung verzichtet wird. Höchstens eine Grabplatte zur näheren Kennzeichnung ist möglich. Nach der Beisetzung des Sarges wird auf der Grabstelle Rasen gesät. Wiesengräber werden von den Betreibern des Friedhofs gepflegt. Die dabei entstehenden, eher gerigen Kosten werden über die Friedhofsgebühren abgerechnet.
  • Anonymes Grab: In diesem Fall wird auf einen Grabstein bzw. eine namentliche Kennzeichnung verzichtet und in der Regel ist es nicht gestattet, an der Beisetzung persönlich teilzunehmen. Diese Variante ist vergleichsweise preisgünstig, allerdings auch eher unpersönlich und wenig würdevoll.
  • Gruft / Mausoleum: Auf manchen Friedhof besteht auch die Möglichkeit, die/den Verstorbene/n in einer Gruft bzw. in einem Mausoleum, einer gemauerten Grabstätte mit Andachtsraum, beizusetzen. Dies ist heutzutage allerdings nur noch sehr selten der Fall, da meist Platzmangel herrscht und die entsprechenden Bauten sehr teuer sind.

Eine weitere wichtige Entscheidung, die Sie treffen müssen, ist die Wahl zwischen Einzel- und Familiengrab.

  • Einzelgräber: Hier handelt es sich um einen einzelnen Bestattungsplatz, der später durch die Angehörigen oder den Friedhofsgärtner gepflegt wird.
  • Familiengräber: Sie sind größer und bieten Platz für alle Angehörige, sind dementsprechend aber auch teurer. Vor allem bei Eheleuten fällt die Wahl oft auf ein Familiengrab.

 

Wie lange gilt die Ruhezeit?

Egal für welches Grab Sie sich entscheiden, bei allen besteht eine sogenannte Ruhezeit. Das ist die Dauer, für die Sie ein Grab mieten können. Im Normalfall liegt der Zeitraum bei zehn bis zwanzig Jahren. Die Dauer kann aber je nach Friedhof unterschiedlich sein, was auch damit zusammenhängt, ob es sich um ein Grab mit steinerner Abdeckung handelt oder nicht. Für nähere Informationen ist ein Blick in die jeweilige Friedhofs- und Gebührenordnung ratsam. Wenn die ursprüngliche Ruhezeit abgelaufen ist und Sie die Grabstätte weiterhin halten möchten, sollten Sie sich rechtzeitig um die Verlängerung und die Finanzierung kümmern. Achtung: Friedhofsverwaltungen benachrichtigen Angehörige oft nur sehr kurzfristig über den Ablauf der Nutzungszeit.

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